Lauf und Wanderfreunde vor dem Samstagsstart in Bad Harzburg

Quark gibt’s nur mit roter Grütze, Curry nur mit Reis und ein Skitrainingslager nur mit Schnee

Bitte etwas Zeit nehmen: Lesezeit ca.: 8 min

So ein Skilager zeichnet sich im Idealfall dadurch aus, dass man Ski fährt. Voraussetzzungen dafür sind natürlich Schnee, Schnee und nochmals Schnee. Das war bei uns jetzt nicht ganz so….

Als sich dies in der Woche vor dem eigentlichen Lager bereits abzeichnete, sagten einige auch spontan den dreitägigen Trip in den Harz ab. 20 Unbeirrte störte dieser kleine Makel im Ablauf aber nicht und so wurde aus dem, im letzten Jahr bereits erfolgreich durchgeführten Skilager, kurzerhand ein Lauflager.

Von Alex und Detlef (ein ganz großes Dankeschön an Euch beide) organisiert wurden aus den Loipeneinheiten kurzerhand Bergtrainings und Wanderrouten. Ein Konzept, was ankam und für viel Teamspirit und Spaß sorgen sollte. Wer mochte und das arbeitstechnisch organisieren konnte, reiste bereits am Donnerstagabend an, die anderen kamen einfach am Freitag dazu.

Laufweg entlang des Abbegrabens.

Laufweg entlang des Abbegrabens

Wie schon erwähnt, die Schneeketten, Skier und der ganze andere Winterkram war überflüssig. Also Winterequipment raus aus der Tasche, Laufschuhe, BlackRoll und Stirnlampe dafür hinein. Die Stirnlampe kam jeden Morgen um 7:30 Uhr zum Einsatz. Wer wollte und sich zum Frühsport begeistern konnte, lief freudbetont rund 1,5 km am ruhig dahin fließenden Bachlauf der Abbe entlang. Nach ein paar durch Detlef vorgeturnten Aktivierungen und Dehnungen am Wendepunkt der Strecke ging´s den gleichen Weg zurück zur Unterkunft. Die Sonne war in der zwischenzeit auch bereits aufgestanden und begleitete die Athleten zurück durch den Wald und das angrenzende Torfhausmoor. Dabei bot sich allen ein herrlicher Blick auf den nur wenige Kilometer entfernten Brocken.

Alle anderen „Langschläfer“ waren bis dato aber nicht untüchtig, sondern bereiteten ein opulentes und verdammt schönes Frühstück zu, so dass alle gemeinsam, frisch und beschwingt in den Tag starten konnten. Jeder Teilnehmer konnte an den folgenden Tagen Vormittags als auch Nachmittags zwischen einer Laufeinheit und einer ebenso schönen und anstrengenden Wandereinheit wählen. Egal welche Wahl jeder individuell oder mit seinem Partner getroffen hatte, der Harz sorgte für intensive Stunden, entlohnte aber auch mit fantastischen Erlebnissen in der Gruppe und landschaftlich reizvollen Eindrücken – Harz- ich liebe Dich.

Frühsport

Frühsport

Wenn man mich fragen würde, welcher für mich der schönste Moment war, dann wäre die Antwort sehr subjektiv geprägt und überhaupt nicht einfach. Immerhin hätte ich die Auswahl zwischen Frühsport bei Sonnenaufgang, einem tollen Bergtraining auf dem ehemaligen Grenzweg, einem Brockenlauf mit Heiko und Konsti bei Sonnenschein, einer sportlichen Wanderung am Samstag, dem zusehen der Athleten beim Training, während man selber schwänzt, einem 20km Berg- und Tallauf nach dem Samstagmittagessen nach Bad Harzburg- mit der Erkenntnis, dass ein wenig mehr Pause nach dem Gulasch gut gewesen wäre… , der gemeinsamen Brockenwanderung im Schnee am Sonntag, gemeinsamen Kochen und Essen, lustigen Kartenspielen und noch vielem mehr.

auf dem Brocken am Freitag

auf dem Brocken am Freitag

Auf dem Gipfel der Wolfswarte 918m üNN

Auf dem Gipfel der Wolfswarte 918m üNN

Entschieden habe ich mich schlussendlich für den Freitagnachmittag. Der Lauf und der Ausblick zur Wolfswarte auf 918 Höhenmeter war mein persönliches Highlight. Völlig unerwartet erhob sich plötzlich dieser monströse 10%-ige Anstieg durchs Flussbett vor mir. Inklusive nasser Schuhe und Füße hieß es konzentriert den Weg nach oben zu schaffen. Immer voran….. über Steinchen, durchs Wasser, versunken im Morast und wieder Steinchen und größere Klamotten. Nur nicht umknicken und anhalten. Ein Kampf über etwas mehr als einen Kilometer steil bergauf. Am Ende belohnten wir uns alle mit einem fantastischen Ausblick. (Vorsicht Wissen für Nerds: Die Wolfswarte ist der felsige Nebengipfel des Bruchberges).

Auf dem Rückweg trafen wir auf die anderen, die den gleichen Weg wanderten und den Anstieg noch vor sich hatten. Das war episch schön… Diese Strecke war gut ausgesucht und ich danke Euch für diesen genialen Moment….

kurze schnelle Schritte am Anstieg

kurze schnelle Schritte am Anstieg

Am Samstag stand für die Athleten Bergtraining auf dem Plan. An der Quelle der Bode ging es, wie tags zuvor bereits, am alten Grenzweg mit kurzen und schnellen Antritten bergan und mit dem gewagten langen Schritt, den stellenweise vereisten steilen Hügel, wieder bergab. Beides war herausfordernd für Kopf und Oberschenkelmuskel zugleich. Die Wanderfreunde trafen zeitgleich mit den Athleten ein, so dass auch hier eine wunderbare Zusammenführung der Gruppen erfolgte. Wenn der Ort reden könnte, würde er bestimmt einiges erzählen können. Nicht nur von historisch spannenden und traurigen Begebenheiten, zumal der alte Betonplattenweg an der ehemaligen innerdeutschen Grenze verläuft, sondern bestimmt auch von Markgrafen, Brockenhexen und vielleicht auch von schönen Königstochter Brunhilde, die den Riesen Bodo gegen ihren Willen ehelichen sollte. Am dortigen Bodesprung, der Wasserscheide zwischen Weser und Elbe liegt die historische Inspiration für die bekannte Sage aus dem Harz. (Der Eckernsprung liegt nur wenige Kilometer entfernt und sein Wasser fließt „kurioserweise“ zur Weser). Aber zurück, ihr wisst ja, Brunhilde entkam Bodo nach einem wilden Ritt und der Verfolger stürzte mit seinem Ross, beim Versuch über das Bodetal zu springen, in die Tiefe. Seitdem heißt der Fluss unterhalb der Rosstrappe Bode und wir haben alle zusammen nun eine wundervolle neue Verknüpfung mit diesem Ort in unserem Lauferinnerungsgedächnisbuch.

Ich könnte noch viel mehr schreiben, aber am besten fragen die nicht dabei gewesenen einfach ihre mitgefahrenen Trainingskameraden nach ihrem Lieblingserlebnis. Dann wird mit Sicherheit aus der nächsten Trainingseinheit eine Quasselstunde.

verschneiter Sonntagmorgen

verschneiter Sonntagmorgen

Mir bleibt an dieser Stelle noch eines zu sagen, nämlich einen ganz lieben und großen Dank an alle, die dazu beigetragen haben, dass dieses Wochenende ein wunderschönes wurde. Einen Dank an Detlef und die gesamte TG Mittelstrecke, Dank an Andreas, der für Dehnung und die korrekte Hüttenabrechnung sorgte, an Alex für seine Fotos, an Bianca, Silke, Ulli, Jan und Jann, Elke, Heiko, Ute, Andrea und an alle, die ich jetzt nicht genannt habe. Und nicht zuletzt an Alex für die Organisation, die Brötchen und den Schnee am Sonntag, damit Kristina ihre Bretter wenigstens 1x allen stolz zeigen konnte und nicht zuletzt dafür, dass er mich verdonnert hat diesen langen Bericht zu schreiben.

In diesem Sinne wünsche ich ein fröhliches „Harz auf“

Mario Heinemann

Eintragung ins Hüttenbuch

Eintragung ins Hüttenbuch

Achja…. Wer die Überschrift jetzt noch immer nicht ganz zuordnen kann, dem sei gesagt, dass sie eng mit unserem gemeinsamen Mittagessen verwoben ist. Da gab´s doch einige die nur das leckere Curry oder nur Quark oder nur rote Grütze essen wollten…. Aber 2 kg Reis müssen halt auch aufgegessen werden …. Was so Gruppendynamik und Freude (am Laufen) alles bewirken kann…

 

(Folgend noch ein paar weitere Fotos. Diese sind aus technischen Gründen nicht in der App zu sehen, sondern nur auf der PLC-Webseite. Klicke hier, um zum Artikel auf der Webseite zu gelangen.)