Der Brockenlauf am 07.09.2019

In der ersten Septemberwoche verbrachte ich einen wunderschönen Urlaub in Ilsenburg im Harz. Wandern, Radfahren und natürlich auch Laufen standen auf dem Plan. Ein Wettbewerb sollte eigentlich nicht dabei sein. Die Werbeplakate für den Brockenlauf am Samstag den 07.09.2019 (am Ende meines Urlaubs) konnte ich aber nicht übersehen. Laufe ich da mit oder nicht ? Welche Strecke kann ich überhaupt bewältigen ? Die kurze  Strecke mit ca. 9 km und ca. 260 Höhenmetern oder gar die lange Strecke, den eigentlichen Brockenlauf, mit 26 km und 890 Höhenmetern ? Lang laufen wollte ich sowieso, neugierig war ich auch, also habe ich mich für den Brockenlauf entschieden.

 

Wir starteten um 9:45 Uhr auf dem Marktplatz  in Ilsenburg. Nach einer kurzen Runde durch die Stadt ging es dann in das Ilsetal. Die ersten km liefen wir noch über eine Pflasterstraße aus der Stadt hinaus. Es ging dann weiter auf festen Forstwegen in den Wald. Ungefähr 6 km lang begleitete uns der Fluss Ilse (ein Besuch lohnt sich allein wegen dieses Flusses).

 

 

Die Steigungen waren bisher moderat. Ich bin natürlich nicht in meinem gewohnten Flachlandwettkampftempo losgestürmt. Das dicke Ende kam ja noch. Also langsam laufen. Bei den Ilsefällen kam die erste nennenswerte Steigung. Gehen wollte ich noch nicht. Dabei war ich laufend nur unwesentlich scheller als die Geher. Bis hierher hatten wir erst 200 Höhenmeter bewältigt. Die Laufstrecke führte uns dann weiter über Leibstoß (steiniger Weg) zur Herrmannchausse.

 

Am Ende der Herrmannchausse ging es dann auf den Hirtenstieg. Das ist ein Weg aus Betonplatten auf der Nordflanke des Brocken mit wirklich anstrengenden Steigungen. Aber man wird relativ schnell für die Mühen belohnt. Auf dem Weg zum Brocken eröffnen sich tolle Blicke in das Umland, was auch an diesem Tag trotz der Bewölkung möglich war. Ich habe mir die Zeit dafür genommen.

 

Die Steigungen waren dann auch wieder nicht so schlimm, denn ich habe es wie alle anderen gemacht. Ich bin zügig gegangen. Feine Sache, der Puls geht runter, es ist sogar Zeit für einen Schnack.

 

Auf dem Brocken angekommen, nun hatte ich tatsächlich 890 Höhenmeter in einem Zuge bewältigt, wurden wir von zwei Brockenhexen wieder herunter getrieben. Keine Zeit zum Verweilen.

 

 

Ich hatte es mir einfacher vorgestellt, bergab zu laufen. Auf zu steilen Abschnitten musste ich abbremsen, das kostete Kraft. Die echten Bergläufer sind an diesen Stellen in einem Affenzahn an mir vorbeigezogen. Es war mir egal, denn ich hatte wirklich Angst zu straucheln und mich zu verletzen. Der Weg führte auf etwas anderer Strecke (ca. 14 km) wieder zurück nach Ilsenburg. Es ging zunächst über eine Asphaltstraße bis zum Eisernen Handweiser und von dort über Forstwege in das Ilsetal hinein. Nach dem Eisernen Handweiser bietet sich ein trauriger Anblick. Der ehemalige Fichtenwald ist großflächig abgestorben, graue Baumgerippe weit und breit. Es ist aber auch ein Neuanfang. In 20 Jahren sieht das schon wieder anders aus.

 

Die letzen 6 km waren dann identisch mit der bergauf führenden Strecke. Da das Gefälle hier moderat war, konnte ich mich richtig laufen lassen. Bis in die Stadt war es nun nicht mehr weit. Die letzten 2-3 km waren trotzdem schwer. Der Zieleinlauf war so, wie ich ihn mir gewünscht habe. Beklatscht und bejubelt. Schön. Von der Zeit her bin ich im  Mittelfeld gelandet, damit war ich zufrieden. Es war mein Debüt.

 

 

Wenn ich es im nächsten Jahr zeitlich hinbekomme, bin ich wieder dabei. Dann findet der 50. Brockenlauf statt. Ich kann diesen gut organisierten und  traditionsreichen Lauf nur empfehlen.

 

Andreas aus der Dienstagsgruppe

Weiterführende Links:
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