Wenn am Ende 22.060 m stehen, …

dann war man wohl beim Läuferzehnkampf. Zehnkampf?! Gehört da nicht auch Weitsprung und Speerwurf und Co dazu? Nein, nicht beim Internationalen Läuferzehnkampf der mit seiner 36. Ausgabe am Himmelfahrtswochenende vom 30.05. bis zum 02.06.2019 in Sömmerda, Thüringen zu Gast war. Hier wird gelaufen von morgens bis abends in allen Bahndisziplinen von 60 m bis 10.000 m. Und eins vorab: 2021 kommt der Läuferzehnkampf nach Potsdam und wir brauchen viele fleißige Helfer für diese tolle Veranstaltung.

Rund 130 Athletinnen und Athleten fanden sich zur offiziellen Eröffnung mit Fahneneinlauf am Donnerstag um 12:00 im Kurt-Neubert-Stadion und anschließendem Gruppenfoto ein. Mit dabei Alexander als Athlet und der persönliche Übungsleiter Detlef von der TG Mittelstrecke. Danach hieß es zunächst einmal 60 m, 1.500 m und 400 m hinter sich zu bringen. Dabei wurden die Gruppen nach den gemeldeten Zeiten eingeteilt; unabhängig von ihrer jeweiligen Altersklasse. Dieser Nachmittag war also ein kleines warm-up für die nächsten Tage und bei schönem Wetter mit angenehmen Temperaturen schnell hinter sich gebracht.

Am Abend unterhielten wir uns mit dem Platzwart, der uns, als er erfuhr, dass Detlef mit dem Wohnmobil angereist war, ohne zu zögern, einen Schlüssel für die gesamte Sportanlage überließ. Ab sofort hieß es also, direkt auf dem Sportplatz schlafen und vom Frühstück aus den ersten Athleten bei ihren Wettbewerben zusehen. Nur eine der netten Begegnungen an dem gesamten Wochenende.

Am zweiten Tag ging es bereits früher los. Diesmal standen 100 m, 3.000 m und 800 m auf dem Plan. Diesmal wurde das Startfeld anhand der, aus dem Vortag prognostizierten Zeiten, eingeteilt. Dadurch war ich sowohl für die 3.000 m, als auch die 800 m in sehr engen Läuferfeldern, eine neue Erfahrung sich hier auch mal auf der dritten Bahn durchsetzen zu müssen. Am Ende standen für mich, auf die Sekunde genau, die prognostizierten Zeiten auf der Uhr. Ich war also fortan der Meinung, dass ab jetzt die Gesamtwertung genau so bleiben würde und das Laufen an und für sich nur noch Formsache sei, um die berechneten Zeiten zu bestätigen.

Nach einer kurzen Nacht standen am Samstag 200 m, 5.000 m und 1.000 m auf dem Programm. Trotzdem konnte ich im ersten Lauf auf der Außenbahn die drittschnellste 200 m Zeit und meine beste Einzelplatzierung erreichen. Über die 5.000 m, mittlerweile bei knapp 30° C, konnte ich die prognostizierte Zeit unterbieten und auch die Konkurrenz in meiner Altersklasse auf Distanz bringen. Es ist also doch noch nicht alles nach dem ersten Tag gelaufen. Nachdem man kurz vor dem Zieleinlauf über 5.000 m die Ansage erhielt, dass jetzt auch schon die Hälfte der Distanz des Läuferzehnkampfes absolviert sei, waren die 1.000 m nur noch ein Auslaufen, bevor es am Abend zur Läuferparty in die Turnhalle ging. Selbstverständlich gab es Thüringer Klöße.

Für die 10.000 m war ich als schnellster in den vorletzten und damit zweitschnellsten Lauf einsortiert. Ich wusste also was zu tun war und übernahm nach einigen Runden auch die Führungsarbeit, von da an hieß es bei 52°C Bahntemperatur nur noch konzentrieren, nicht auf die Rundenanzeige schauen, ab und zu einen Schwamm mit kaltem Wasser oder einen Becher greifen und laufen. Immer im Kreis und vorwärts. Es klappte und im Ziel war es trotz der anstrengenden Tage und der Hitze eine Riesenfreude Teil eines so großartigen und freundlichen Events mit tollen Athleten aus acht Nationen gewesen zu sein. Alle klatschten sich ab und gratulierten sich gegenseitig. Man hatte sich über die Tage ja kennengelernt und den ein oder anderen Wettstreit untereinander ausgetragen.

Am Ende reichte es zum zwölften Platz in der Gesamtwertung und ich bin mit meinen Leistungen mehr als zufrieden, dass liegt auch daran, dass sich mit der TG Mittelstrecke eine tolle Trainingsgruppe gefunden hat, bei der diese Distanzen im Fokus stehen und die mich immer wieder motiviert, zum Luftschiffhafen zu kommen. Nicht nur um zu trainieren, sondern auch um die Gemeinschaft zu erleben.

Vielen Dank an den SV Sömmerda und das Team des L10K für die professionelle Organisation, die rundum freundliche Atmosphäre, die Super-Verpflegung, die schnellen Ergebnisse nach jedem Lauf, die freundlichen Kampfrichter und natürlich an alle Sportler und Betreuer.

Ein ganz besonderer und persönlicher Dank an Detlef und Beatrice, die mich nicht nur individuell betreut und angefeuert haben, sondern auch Ideen und Inspiration für die Ausrichtung des Läuferzehnkampfes 2021 in Potsdam gesammelt haben. Spätestens da bin ich dann wieder dabei, und du bestimmt auch!

Bis dahin, Alexander

Weiterführende Links:
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Laufberichte, Infos, Videos und Bilder an laufberichte@potsdamer-laufclub.de

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