Frischer Wind beim Laufen – Müritzlauf am 25.08.2018 (Städtelauf)

Endlich! Lange hatte nicht nur ich darauf gewartet: Für das Laufwochenende an der Müritz waren kühle Temperaturen angesagt, 18 oder 19 Grad beim Müritz-Stadtlauf von Röbel nach Waren. Das würde ja hitzefrei über den Acker, die alten Dorfstraßen und am Müritzufer durch den Wald entlang bedeuten, möglicherweise sogar ganz ohne Sonne und dafür mit Regen?! Mal keine 30 Grad bei einem langen Lauf? Ungläubig steigen wir in Röbel aus dem Auto: Tatsächlich ein frischer Wind vom kleinen Meer und dicke Wolken am Himmel bei ca. 18 Grad!
Der Stadtlauf ist ja der kleine Bruder der zeitgleich laufenden Müritzumrundung. Und so geht der Start um 11.00 Uhr hier in Röbel auch ziemlich unspektakulär über die Bühne: Die Polizei sperrt die Straße, ein Bus darf gerade noch passieren und dann sind die ca. 100 Teilnehmer auch schon auf die Strecke geschickt. Alles in allem höchstens 5 Minuten. Konzentration auf das Wesentliche.

Die Strecke führt durch Wald, Feld und Wiese und die kleinen Dörfer westlich der Müritz: Nach ca. 1,5 km geht es von der Siedlungsstraße links weg am Wald entlang über Feld- und Schotterwege und kleine Straßen nach Gotthun und Zierzow, später nach Sietow und Sembzin. Die Laufstrecke verläuft durchweg auf festem Untergrund, die Radwege sind zu einem großen Teil asphaltiert. In Sembzin geht es einen „richtigen“ Hügel hinauf und dann in Richtung Klink. Am Ufer durch den Wald entlang – das ist wirklich eine tolle Strecke, nicht nur für uns Läufer, sondern auch für die vielen Radwanderer, die hier unterwegs sind. Das macht das Laufen nicht immer ganz einfach, denn in einigen Kurven kann man nur hoffen, dass niemand „um die Ecke saust“. Schwieriger (und enger) ist es auf einem Teilstück durch den Gegenverkehr einer weiteren parallel stattfindenden Staffel-Laufveranstaltung. Nicht ganz optimal, aber es geht.
Von Klink sind es nur noch 9 km bis ins Ziel. Etwas später geht es dann richtig in den Wald hinein, über Stock und Stein. Das heißt Füße heben, aufmerksam laufen und Wurzeln nicht mitnehmen! Und auch den tiefer hängenden Ästen rechtzeitig ausweichen! Irgendwann wird der Weg wieder breiter, der Untergrund besser und da ist dann schon die Straße, die gleich über die Brücke in Eldenholz führt. Links geht es zum Kölpinsee, rechts zur Müritz. Ich biege nach der Brücke rechts wieder in den Wald hinein. Hier gibt es wieder eine Verpflegungsstation. Die nehme ich mit und greife zu Cola und Wasser. Die Stationen sind in regelmäßigen Abständen aufgebaut, nicht nur für uns Städteläufer, sondern für die uns folgenden Müritzumrunder, die ja schon seit dem Morgen unterwegs sind und im Ziel im Warener Stadthafen dann 75 km gelaufen sein werden. Hut ab! An allen Stationen werden die Läufer begrüßt und umsorgt und erhalten alle Aufmerksamkeit, die sie brauchen.

Jetzt geht es auf und ab im Wald, über die Wiesen und quer über den Campingplatz im Kamerun. Das Ziel ist nun nicht mehr weit, denn kurz danach führt der Weg schon nach Waren West hinein durch die Gärten am Volksbad vorbei. Nun noch die Gerhard-Hauptmann-Allee entlang, bis vor zum Kietz. Dort wird es eng. Die Läufer haben hier alle dasselbe Problem: Zwischen Reisegruppen und Stadtführungen Lücken zum Durchlaufen erspähen und zügig durchlaufen. Und vorsorglich nochmal laut rufen, damit es keinen unfreiwilligen Stopp gibt. So eng und etwas unsortiert (schade!) geht es dann den letzten Kilometer auf dem Fahrradweg zum Ziel. Touristen, Einwohner und Lauffreunde stehen hier und applaudieren allen, die die Herausforderung bewältigt haben. Mit 2:13:59 und einem Lächeln im Gesicht habe ich auch mein Zeit-Ziel für die 26.5 km geschafft. Platz 6 in der Frauen-Gesamtwertung und Platz 1 in meiner Altersklasse. Ich freue mich und genieße danach die kurzen Wege: Getränke und Obst sind wirklich ausreichend aufgebaut, die Massage-Liegen gleich daneben und auch der Taschen-Transport von Röbel hierher ins Ziel hat natürlich geklappt. Alles in allem eine tolle Organisation! Ein großes Dankeschön geht an alle Unterstützer und Helfer an und hinter der Strecke. Ein kleiner, aber feiner Lauf, den ich allen nur empfehlen kann, die abseits von Massenveranstaltungen etwas Besonderes suchen!

Dann gibt es hier noch einen richtigen Regen, der eigentlich bei solchen Veranstaltungen immer ärgerlich ist. An diesem Tag aber nehmen ihn alle mit Erleichterung hin und freuen sich mindestens ein wenig – wochenlang gab es an der Müritz kein Wasser von oben.
Nur kurze Zeit nach meiner Ankunft kommt übrigens schon der erste Ultraläufer ins Ziel. Der „fliegende Holländer“, Streckenrekordhalter Jan-Albert Lantink (60J.): 75 km in 5 Stunden und 22 Minuten. Unfassbar! Die Müritz-Umrundung habe ich noch vor mir. Auch wegen des beeindruckenden Nationalparks am Ostufer. Bis dahin gibt es sicher im PLC noch viele Trainingskilometer, diverse Berg- und Waldläufe, Treppentrainings in Sanssouci und viel Freude im Stadionrund! Danke an die Trainingsgruppe für das gemeinsame Training in den vergangenen Wochen! War ein perfekter Laufsommer! Weiter geht’s!
Ilka

Weiterführende Links:
Trainingsgruppen des PLCs
Laufen für Jedermann: Lauftreffs am Wochenende (offen auch für Nichtmitglieder)
Laufberichte, Infos, Videos und Bilder an laufberichte@potsdamer-laufclub.de

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