Atemlos durch die Nacht

100km Run & Bike waren unser Ziel und nur noch wenige Stunden bis zum Start.
Das Problem: Start 0:00.
Was macht man bis dahin?
Versuchen, den Biorhythmus zu überlisten, Nudeln essen, viel trinken…
21:30 Startunterlagen abholen und noch aufgeregter als vorher zum Auto zurück, denn Streckenmarkierung und -Verlauf blieben trotz nachfragen unklar für uns und aus Erfahrung wussten wir beide, dass sich ein Feld von 27 Teams auf 100km auseinander ziehen würde.
22:00 zurück ins Auto und erneute Versuche zu schlafen.
23:00 der Wecker klingelt => ab zum Start – unser größtes Problem war jetzt unsere Aufregung
Doch plötzlich….Franzi…sie war extra für uns gekommen und die größte Starthilfe. Lieben Dank, du hast uns ordentlich abgelenkt, beruhigt und sicher an den Start gebracht.

0:00 und es ging ab wie bei einem Sprint-Läufer vorn weg und die Radler hinterher.
Gut, dass Steffi nach ca. 300m neben mir war und wir nun gemeinsam versuchten, unseren Rhythmus zu finden. Das hieß, alle 6 min wechseln zwischen laufen und fahren. Bald kamen auch die ersten Streckenmarkierungen…dann Streckenposten-mitten in der Nacht-super Stimmung.
Und der Biorhythmus? 1:00 Uhr, 2:00Uhr… es war stockfinster im Wald, an der Oder, der Neiße, auf dem Deich… wir schnatterten nicht soviel wie sonst-das übernahmen die Vögel und Frösche…plötzlich kam Nebel auf. Gut, dass wir zu zweit waren, denn nun hatte das ganze Krimi-Effekt, zumal wir inzwischen allein auf der Strecke waren.
4:00 die Morgendämmerung setzt ein. Endlich wurden wenigstens die Umrisse der Bäume etwas deutlicher.
5:00 Marscherleichterung, nun konnten Stirnlampe und Mütze ins Gepäck.

Dann kam auch bald km 50. Ab jetzt rein rechnerisch nur noch bergab sagten wir uns. Und das schöne am R & B ist ja, das man jede Strecke teilen kann, weil man ja die Hälfte läuft und die andere Hälfte fährt. Und für uns lief es richtig gut. Nun war ja auch der Biorhythmus wieder im Lot und wir erfreuten uns gemeinsam an der Strecke, denn im Hellen sieht man bekanntlich mehr als bei Dunkelheit. Die zunehmende Euphorie half uns auch noch, das ein oder andere Team zu überholen und als wir das Schild 90km lesen konnten, war es klar, dass wir ankommen würden und auch klar, dass es eine Zeit unter 10 Stunden werden würde. Trotzdem zog sich dieses letzte Stück sehr und die Anstiege auf dem Stück hatten es auch nochmal in sich.
9:05 Zieleinlauf
Überglücklich…geschafft…ein Wahnsinnserlebnis, wofür wir noch lange brauchen werden, um es zu verarbeiten.
Danke Franzi und Danke an alle, die Steffi und mich auf 100km vor den 100km begleitet haben, ohne die so ein Erfolg nicht möglich ist.
Steffi und Heidrun

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