Ziel erreicht: Holger und Helga geschlagen
Marathon Bremen

Nachdem im letzten Jahr unser Saisonhöhepunkt der Frankfurter Marathon war und wir voller Begeisterung von dort zurückgekehrt sind, haben wir uns dieses Jahr dennoch für einen kleineren Marathon entschieden. Da „Laufen aus Freude“ das Ziel unseres Ausflugs war, mussten wir uns für einen Lauf entscheiden bei dem sowohl der sportliche Wettbewerb möglich ist, aber auch die Stadt und der Lauf an sich einen Anreiz bieten. Denn sollte das eigene Ziel schon frühzeitig verfehlt werden, so muss die Strecke Motivationspunkte liefern. Nachdem wir zunächst Warschau als Ziel auserkoren hatten, mussten wir aus Termingründen dann kurzfristig noch einmal umplanen. Am Ende hieß das Ziel unserer Marathonträume (oder Albträume) „Bremen“. Corinna hat hier schnell die richtigen Worte gefunden und uns von ihrem Heim-Marathon überzeugt. Nicht nur die Bremer-Stadtmusikanten, sondern vor allen Dingen der Lauf durch das Bremer Weserstadion kurz vor dem Ziel haben uns überzeugt. Um es an dieser Stelle vorwegzunehmen: Der Lauf lohnt sich. Die Organisation ist sehr gut, die Verpflegung top, die Strecke hervorragend (schnell und schön), das Publikum mitreißend und der Start in Block 1 für Jedermann möglich. Nachdem verletzungsbedingt für Susanne nur der Halbmarathon in Frage kam, war ein direkter Vergleich wie noch in Frankfurt nicht mehr möglich. Unausgesprochen gab es dennoch klare Zielvorgaben: Susanne wollte Holger schlagen (Chris‘ Halbmarathon-Bestzeit) und Chris wollte Helga besiegen (Susanne’s Marathon-Bestzeit). Sollte beides gelingen wäre durch die unterschiedlichen Startzeiten eine gemeinsame Zielankunft möglich. Doch davon hat vor dem Lauf natürlich keiner gesprochen.

Der Marathon begann bei traumhaften äußeren Bedingungen optimal. Schnell pegelte sich das Tempo bei 4:37 auf den Kilometer ein, eigentlich ein wenig zu schnell (ca. 8 Sekunden), aber eine kleine Gruppe aus Unbekannten blieb zusammen. Der Gedanke abreißen zu lassen, kam schnell und wurde genauso schnell wieder verworfen. Als bei der Halbmarathondistanz die eigene Bestzeit um 12 Sekunden unterboten wurde (1:35:59), wurden die Zweifel größer, aber die Beine nicht langsamer. Wie nun weiter? Jetzt langsamer werden, wo die zweite Hälfte doch eigentlich schneller werden soll? Der Körper signalisierte: „Alles in bester Ordnung. Bleib dran. Helga ist 3 Minuten hinter dir.“ Also hieß die Marschroute Augen zu und durch. Das lief gut, zu gut, … bis Kilometer 33. Dort schien zunächst die Uhr einen Defekt zu haben. Die Beine liefen wie ein Uhrwerk nur die Zeit passte nicht mehr. Erst 5, dann 10, dann 15 Sekunden langsamer. Das konnte nicht stimmen. Es stimmte. Die Kilometerzeit pegelte sich auf 4:55 ein. Dann kam Kilometer 38: „Hör auf! Bleib stehen! Warum tust dir das noch an?“ Die Gedanken gingen nicht weg. Der Blick ging zurück: Wo bleibt Helga? Nach einer kurzen mathematischen Berechnung und circa einen Kilometer später war klar: Helga ist immer noch ca. 4 Minuten hinter dir. Das Ergebnis fiel zufällig zusammen mit dem Einlauf ins Weserstadion. Der erste Gesichtsausdruck auf der Großbildleinwand war noch zerknirscht, doch dann war die Entscheidung eindeutig und der Gesichtsausdruck wandelte sich in ein zumindest inneres Lächeln: Es wird weitergerannt und zwar konstant bis zum Ende – vielleicht ein Spurt auf den letzten 2 km, vielleicht auch nur der letzte Kilometer, na gut die Zielgerade reicht – wenigstens auf den Zielfotos schnell aussehen. Gedacht – getan. Am Ende konnte Helga (alias Susi) mit 3h 17min 2sek knapp geschlagen werden – auch wenn

Doch wo blieb Susanne auf der Halbmarathondistanz? Holger hat noch 10 Minuten! Sollte Susanne ihn tatsächlich schlagen und die HM-Bestzeit so kurz nach dem Verlust wieder zurückerobern? Sie sollte! Mit neuen Schuhen, pudelwohl und so schnell wie nie ging sie den HM an. Die Gefahr eines möglichen Einbruchs auf halber Strecke wurde schlichtweg ignoriert, denn Körper und Geist waren in topform. Konstant wie ein Uhrwerk lief sie ihre Kilometer: 4:25 im Schnitt und wieder einmal mit Negativsplit. Wahnsinn! Fast entspannt spurtete sie ca. 3 Minuten vor Holger ins Ziel und pulverisierte somit in einer Zeit von 1h 33min 28sek Chris‘ Halbmarathonzeit. Der „Taktikfuchs“ Susanne hat also wieder einmal gezeigt, wie solch ein Rennen angegangen werden muss (ganz im Gegensatz zum Chris). Glücklich fielen sich dann auch Holger und Helga im Zielbereich in die Arme – wenn auch ein wenig Ungläubigkeit auf beiden Seiten über diese verrückten Zeiten in den Blicken zu erkennen war. Nun kann die Saison entspannt ausklingen und dann werden Holger und Helga spätestens im Frühjahr wieder gejagt.

Corinna lief natürlich auch bei ihrem Heimatlauf mit. Trotz starker Erkältung in der Vorwoche, die auch zum Lauf noch nicht ganz abgeklungen war, konnte sie die 10km erfolgreich absolvieren. Auch wenn sie ihre Bestzeit unter diesen Umständen nicht erreichen konnte, war sie doch froh bei diesem tollen Lauf mitgemacht zu haben.

Auch Susannes Mann, Daniel, ist beim Marathon am Start gewesen. Zwar nicht unter der PLC Flagge, aber indirekt zumindest unter starkem PLC-Einfluss (über Susanne), lief auch er eine hervorragende Zeit. Nur knapp scheiterte er an der 3h Marke (3h 02min 12sek), so dass auch hier für nächstes Jahr die Ziele klar gesteckt sind.

Susi & Chris

Weiterführende Links:
Ergebnisse
Trainingsgruppen des PLCs
Laufen für Jedermann: Lauftreffs am Wochenende (offen auch für Nichtmitglieder)
Laufberichte, Infos und Bilder an laufberichte@potsdamer-laufclub.de

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