45. Rennsteiglauf
Mein erster Laufbericht

Ich trainiere seit dem Dezember 2015 im Lauftreff 2000. In meinen ersten Trainingsstunden habe ich noch voller Respekt auf die Laufshirts vom Rennsteiglauf meiner Trainingskamerad*innen geschaut. Auch den Berichten vom Lauf lauschte ich mit Ehrfurcht: hohe Anstiege, übervolle enge Wege und auch von Stürzen wurde berichtet, aber auch von einer besonderen Atmosphäre und vor allem von der Party am Abend.

Nach meinem ersten Trainingsjahr und meinen ersten Halbmarathonerfahrungen wollte ich nun auch diesen Kultlauf mit dem schönsten Ziel der Welt in „Schmiedefeld“ laufen.
Meine Vorbereitung begann im Trainingslager in Portugal mit dem freudbetonten Detlef und dem in sich ruhenden Bernd 😁. Eine Woche, drei Trainingseinheiten am Tag, 24 Grad Celsius im März, Strandläufe, Intervalle, lange Dauerläufe, Sprints, Bergtraining: Ich habe noch nie in meinem erwachsenen Leben soviel Sport getrieben!
Zwei Wochen später dann Trainingslager mit dem Lauftreff, Nancy und Caro in Wandlitz. Zu den anstrengenden Laufeinheiten kamen noch Kraft, Stabi und Faszientraining hinzu.
Eine Woche später dann mein erstes Update zu meinem Trainingsstand beim Berliner Halbmarathon. Die Uhr blieb bei 1:44:32 h stehen. Ich war 6 Minuten schneller als vor einem Jahr. Das regelmäßige Training und die wertvollen Tipps zur Lauftechnik der Trainer haben mich zu einer tollen Form gebracht.

Nun sollte es der HM beim Rennsteig sein. Meine Tochter Luana hat mich nach Thüringen begleitet. Wir hatten ein wunderschönes Mutter-Tochter-Wochenende. Die erste Hürde im Vorfeld war allerdings eine Unterkunft zu finden. Ich konnte mir nicht vorstellen, im Zelt oder in der Turnhalle zu schlafen und anschließend 21 km zu laufen. Wir haben nach langer Suche eine wunderschöne Ferienwohnung in Manebach bei Ilmenau gefunden. Der Panoramablick über die Berge morgens aus dem Fenster war schon allein die Anreise wert und hat für das frühe Aufstehen entschädigt. Auch unsere Vermieter Ute und Hans waren so herzlich und interessiert, dass wir schon für nächstes Jahr reserviert haben.
Der Start war um 7.30 Uhr in Oberhof und mit Stress verbunden: Parkplatzsuche, rechtzeitige Gepäckabgabe und Anstehen bei den Toiletten.
Als Erststarterin war ich ziemlich weit hinten im Block 7 eingeteilt. Ich versuchte mich in den 5. Block einzuschmuggeln, wurde aber sofort von den Ordnern hinauskomplimentiert. Später gelang es mir aber im Block 3 reinzurutschen. Jeder Block wurde einzeln gestartet: Schneewalzer gesungen, geklatscht, Bundesländer erfragt, gemeinsam von zehn runter gezählt und dann ging es los. Ich hatte die ersten drei Kilometer damit zu tun, warm zu werden, aber dann lief es sehr gut. Die Wege waren teilweise sehr aufgeweicht von dem starken Regen der letzten Nacht und Pfützen mussten übersprungen werden, so dass es schwierig war zu überholen und mein eigenes Tempo zu finden. Aber wahrscheinlich findet man das eh nicht, da es immer wieder bergauf und bergab ging. Ich habe im Vorfeld meine langen Läufe in den Ravensbergen absolviert und dabei jeden „Berg“ gesucht. Auch wenn die Ravensberge nicht mit dem Rennsteig zu vergleichen sind, waren sie doch ein gutes Training.
Hinauf zum Großen Beerberggipfel dachte ich an die Worte von Detlef: „Oben ausgeruht ankommen!“ und an die von Denny und Nancy: „Schön auf den Ballen laufen.“ So hatte ich noch genügend Kraft meine Mitläufer auf die grandiose Aussicht über Südthüringen aufmerksam zu machen. Nun ging es meist bergab und ich traute mich sehr zügig die Abstiege zu nehmen, so dass die letzten Kilometer geradezu wie im Fluge vergingen und ich völlig überrascht im Ziel auf meine Uhr starrte: 1:46:37 h!!!
Mit dieser Zeit hatte ich gar nicht gerechnet und bin unglaublich stolz.

Meine Tochter hat an der 17 km Wanderung teilgenommen und kam auch ganz beseelt im Ziel an.

Am Fleischer im Ort Schmiedefeld trafen sich die PLC Athleten, um die Marathonis auf ihrem letzten Kilometer anzufeuern. Das war ein Fest, als wir unsere Vereinskollegen ausmachten und wir ihnen mit unseren lauten Anfeuerungsrufen beim Kilometer 40 ein Lächeln abgewinnen konnten.

Abends waren wir eigentlich viel zu müde, um auf die Party zu gehen. Aber wenigstens ein Stündchen sollte es dann doch sein. Meine 18-jährige Tochter und ich staunten nicht schlecht, als wir in das Festzelt kamen und aus den kultivierten Läufern vom Vormittag eine singende und schunkelnde Menge geworden war. Aber schnell waren wir von der Stimmung infiziert und fanden uns dann auch tanzend und singend am Tisch der PLCer wieder.

Rennsteig, ich komme wieder.

Ich möchte mich ganz besonders bei meiner Familie und meinem Mann bedanken, die sehr verständnisvoll mit meiner neuen Leidenschaft umgehen und mich gern zu meinen Läufen begleiten. Auch meine Kollegen muss ich erwähnen, denn sie nehmen Rücksicht mit dem Dienstplan für meine Trainings- und Wettkampftage. Ein großer Dank an euch.

Weiterführende Links:
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Laufen für Jedermann: Lauftreffs am Wochenende (offen auch für Nichtmitglieder)
Laufberichte, Infos und Bilder an laufberichte@potsdamer-laufclub.de

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