Moin, Moin und mehr
32. Haspa Marathon Hamburg 2017

Der Tag zum Hamburg Marathon begann mit Hindernissen. Ich kam zur S-Bahn, die mich zu den Messehallen bringen sollte, aber diese fuhr nicht – Stellwerksfehler! Es hieß, dass Taxis beauftragt wurden den Schienenersatzverkehr zu übernehmen. In einem kleinen Läufertrupp gingen wir zur nächsten Hauptstraße. Dort standen ebenfalls schon gestrandete Läufer, die berichteten, dass immer nur Taxis vorbeifahren, die bereits voll sind. Auf der Gegenfahrbahn kam ein leeres Taxi und wir winkten um unseren pünktlichen Start. Mit einer Chicagowende kam das Taxi vor unseren Laufschuhen zum Stehen. Leider fuhr dieses Taxi nicht als Schienenersatzverkehr. Egal, wir machten das Taxi voll und wollten dann zusammenlegen. Der Taxifahrer fuhr einen heißen Reifen. Mein Gedanke war, wenn wir die Taxifahrt gut überstehen, dann sind wir schon die Gewinner des Tages. Nach überstandener Taxifahrt wünschten wir uns alles Gute für den Lauf. So war ich so zeitig im Startbereich, dass ich noch mal in Ruhe durchatmen konnte und das Bekleidungskonzept für den Lauf durchging. Die Ansage: Kalt, Wind und Regen. Kalt finde ich gut, da kann ich am besten laufen, aber Wind und Regen ist mindestens eines zu viel. Die kurze sonnige Phase verleitete mich dann doch, die Regenweste im Kleidersack zu lassen.

Mit Moin, Moin und Moin ging es dann pünktlich um 9.00 Uhr auf die 42,195 km lange Sightseeingtour durch die Hansestadt. Die kurze Sonnenphase verwandelte sich urplötzlich in einen ausgewachsenen Hagelschauer. Die Anfeuerungsrufe meiner Lüneburger Verwandtschaft, die dem Wetter trotzten, ließen mich die ersten nassen km überstehen. Bei km 8 hatte ich dann auch endlich warme Hände. Da begann für mich der schönste Teil der Strecke, am Elbufer entlang bis sich „Elfi“ aus den Hamburger Regenwolken schälte. Ein beeindruckender Anblick! Ab und zu schaute uns auch die Sonne zu und dann wurde es doch angenehm. Bei km 15 tauchten wir in einem Tunnel ab. Plötzlich schallte es: 5, 4, 3, 2, 1 und die Laolawelle zog sich durch das Läuferfeld. Gänsehaut pur. Vor der HM-Marke bekam ich dann meinen psychischen „Mann mit dem Hammer“. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dieselbe Streckenlänge ein zweites Mal zurück zulegen. Nachdem ich dann die HM-Marke passiert hatte, ging es wieder Bergauf, auch Dank der guten Verpflegung und dem tollen Publikum an der Strecke. Im zweiten Drittel kämpften wir dann mit dem böigen Wind, der uns zum Teil kräftig ins Gesicht blies und den breiten und langen Straßen. Doch da war ich dann schon im „Läufertunnel“. Bei km 37 hieß es neben mir: „Du siehst ja noch locker aus.“ Das geht runter wie Öl. Bei ihm sah es auch noch locker aus, aber er war als Staffelläufer unterwegs. Dann wurde die Stecke wieder richtig schön entlang der Aussen-Alster und ich sammelte all meine Kräfte zum Endspurt. Die Anfeuerungsrufe meiner Frau und der Verwandtschaft trugen mich dann ins Ziel und die Uhr blieb bei 3:39:06 stehen.

Mit einem breiten Grinsen und schmerzenden Knien ging es dann auf die Heimreise nach Potsdam. Damit ist für mich die Frühjahrssaison abgeschlossen. Jetzt heißt es regenerieren und Kräfte sammeln für neue läuferische Herausforderungen.

Moin, Moin

Matthias

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