Kötbullar mit Axel Schulz

So ein Ermüdungsbruch kann echt nervig sein. Stellt euch einfach vor, ihr müsst aufhören euren Sport zu betreiben. Von jetzt auf gleich. Solange bis ihr beschwerdefrei seid. Und wenn ich dann auf den Kalender gucke und feststelle, dass es bei mir schon seit Juli so ist, dann zucke ich nur mit den Schultern und weiss auch nicht weiter. Übertraining – ein Wort, was viele Läufer aus dem Langstreckenbereich nicht hören wollen. An dem Zeitpunkt, wo eine schwere Verletzung hervortritt, ist es relativ schwer nachzuvollziehen, an welcher Stelle man es übertrieben haben könnte. „Das hätte man doch merken müssen?“ Ja, vielleicht. Nur ist der Knochen das biologische System, das als letztes in der Pyramide steht. Der Muskel und die Sehne melden sich schon zu Wort, wenn ihnen irgendwas nicht passt. Der Knochen macht einfach schlapp, ohne sich anzukündigen. Jetzt ist es eh zu spät sich darüber Gedanken zu machen. Aber ich war in der Situation darüber nachzudenken, dass man es vielleicht doch hätte etwas ruhiger angehen können. Viele kennen mich hochmotiviert, schneller, weiter, härter. Zu hart also, im Nachhinein.

Da hat es echt gut getan, nach so langer Zeit 7 km am Stück beschwerdefrei gelaufen zu sein. Ich weiss ganz genau, was ich am Laufsport vermisst habe. Abschalten, Kopf aus, Umgebung aus, Musik ins Ohr oder mal auch ohne Musik und einfach den Kopf frei machen. Dabei kann man grübeln oder auch einfach mal nichts denken. Sich ablenken oder die Trainingswoche mit Vereinskollegen auswerten.

Als ich im August letzten Jahres dem PLC beigetreten bin habe ich schnell gemerkt, wie wichtig die Position des Trainers ist. In meinem Probetraining wies mich Detlef freundlich darauf hin, wie schlecht meine Körperhaltung sei. Ich nahm den Hinweis dankend an und sagte: „Genau deswegen bin ich hier!“ Wenig später äußerte ich also meine Intention, auch gerne als Trainer tätig sein zu wollen.

Das ganze ging etwas schneller als gedacht. Der eine oder andere Trainer musste die Weichen in seinem Leben neu stellen, und die eine oder andere Trainingsgruppe war ohne Trainer und lebte von der Vertretung von der Vertretung. Katje fragte mich also, ob ich meine Tätigkeit schon aufnehmen möchte, bevor ich mit meiner Lizenz fertig bin. Ich stimmte zu.

Eigentlich wollte ich nicht von Anfang an den Lauftreff 2000 alleine übernehmen. Eine große Gruppe, mit einem festen Kern, mit vielen erfahrenen Läuferinnen und Läufern. Nicht nur die Altersspanne, sondern auch die Vielzahl an verschiedenen Charakteren macht diese Gruppe zu etwas besonderem, wie ich jetzt weiss. Ich hatte also riesen Respekt davor, eine derart große Gruppe anleiten zu dürfen. Sicher ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, aber ich bin der Typ, der gerne ein Training vorbereitet und sich Gedanken macht. Nach meiner Hospitation also das erste Training alleine als Trainer. Ich bekam mit, dass eine junge Frau wohl zum ersten mal hier sei. Ich dachte mir: „Oh Gott, hoffentlich kommt sie nächste Woche wieder!“ Aber die Bedenken waren unberechtigt. Sie kam wieder. Glück gehabt! 😛
Die Gruppe hat mir den Einstieg unheimlich leicht gemacht. Es macht mir mega viel Spaß! Also an dieser Stelle ein fettes Dankeschön an den Lauftreff 2000!

So eine große Sportpause möchte natürlich genutzt werden. Also habe ich die letzten 5 Tage dieser Woche damit verbracht, an der Sportakademie Brandenburg meine Lizenz ein wenig voran zu treiben. Eine Menge neuer Inputs für mich. Jetzt weiss ich auch, was progressive Muskelrelaxation ist. Ich hoffe, ich habe es richtig geschrieben ;).

Beim Mittagessen rechne ich ja durchaus mit vielen Dingen. Schneesturm, Lawine, Vulkanausbruch, Erdbeben, aber das plötzlich Axel Schulz neben mir am Tisch sitzt, damit hätte ich nicht gerechnet. Ich habe nur 3 Kötbullar abbekommen, bei Axel waren es dann doch so 8 Stück, ohne Kartoffeln. 15 Kg habe er abgenommen sagte er. Seine Tochter sei im Schwimmtrainingslager sagte er. Scheinbar also ein Gast, der regelmäßig hier zu sein scheint.
Also, seid nicht traurig, wenn ihr mal keinen Sport machen könnt. Fahrt nach Lindow, da könnt ihr mit Axel Schulz ein paar Klopse essen ;).

Mit sportlichen Grüßen
Denny