Drei Länder, ein Marathon sowie eine Schnapszahl zum Glücklichsein

„Also die letzten Jahre hat es immer geregnet.“, so der Kommentar meiner lieben Sportsfreundin Jule, als ich ihr erzählte, dass ich in ihrer Heimat beim Sparkasse 3-Länder-Marathon am Bodensee mitmachen würde. Nicht gerade aufheiternde Worte, wenn man drei Wochen vor Marathonbeginn auch noch erfährt, dass man anders als ursprünglich geplant ganz alleine dort anreisen würde. Und je näher die Anreise rückte, umso mehr zeichnete sich in der Wettervorhersage Jules angekündigtes Regenwetter ab… „Egal“, dachte ich mir, „ich fahre trotzdem und das schlechte Wetter soll mir jetzt nicht die Laune verderben!“ Aber wie es das Schicksal so wollte, sollte das Glück auf meiner Seite sein.

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Der Sparkasse 3-Länder-Marathon findet jedes Jahr Anfang Oktober am Bodensee statt. Die flache Strecke ist überwiegend asphaltiert und führt durch Deutschland, Österreich und der Schweiz. Start ist auf der schönen Insel Lindau (Deutschland). Der Lauf führt dann entlang einer Promenade um den östlichen Teil des Bodenseeufers nach Bregenz (Österreich). Dort läuft man unter anderem an der berühmten Seebühne vorbei, wo jährlich die Bregenzer Festspiele stattfinden. James-Bond-Liebhaber kennen diese wahrscheinlich auch durch den Film „Ein Quantum Trost“. Weiter geht es schließlich entlang des Ufers, über diverse Brücken und Dörfer in Richtung Schweiz. Nicht nur der See und die Berge machen den Lauf zu einem landschaftlich schönem Erlebnis, auch die vereinzelnd am Straßenrand stehenden Zuschauer (sei es mit oder ohne Kuhglocken) tragen zu einer fast schon familiären Atmosphäre bei. Im Vergleich zu großen Straßenläufen wie Hamburg oder Berlin wirkt der 3-Länder-Marathon schon sehr idyllisch. Auch das Läuferfeld ist relativ überschaubar. Dennoch scheint der Lauf in der Gegend ein großes Event zu sein und manche Streckenabschnitte hatten es auch in sich. Neben einigen Unterführungen oder Brückenanstiegen, empfand ich persönlich den Weg zurück von der Schweiz nach Österreich entlang des Deiches als sehr anstrengend. Die gerade Strecke, ohne Zuschauer und mit leichtem Gegenwind zog sich auf einmal wie zäher Kaugummi hin. Hinzu kam, dass sich nur alle 20 Meter immer wieder ein Läufer vor mir befand. Doch die Veranstalter hatten hierfür die grandiose Idee alle paar Meter Schilder mit Aufschriften wie „Der Schmerz geht vorüber – der Stolz bleibt“ aufzustellen. Wie gerne hätte ich in diesem Augenblick gegen so ein Schild geboxt…

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Insgesamt war der Lauf sehr gut organisiert. Die gesamte Strecke über gab es genügend Verpflegungsstationen. Auch die Idee, die letzten 5-6 km mit den Halb- und Viertelmarathonis ins Ziel laufen zu können, gefiel mir gut. Optimierungsfähig war jedoch die Tatsache, dass man auf Läufer traf, die deutlich langsamer unterwegs waren als man selbst und somit gestaltete sich der Lauf gegen Ende für mich als ein kleiner Slalomwettkampf, dessen viele enge Passagen es nicht wirklich leichter machten sich vorbeizuschlängeln. Prinzipiell war mir das aber egal, denn ich wusste, dass es dem Mann mit der 3:30-Fahne genauso gehen würde und wenn ich mir zu diesem Zeitpunkt eine Sache zum Ziel gesetzt hatte, dann war es, dass mich DIESER Mann NICHT einholen würde! Insgesamt war es aber auch schön, wieder mehr Menschen um sich zu haben und auch die zahlreichen Zuschauer, die einen in Bregenz erwarteten zeigten mir, welche treibende Kraft das Publikum für einen Läufer darstellt. Wer also bisher nur Erfahrung mit großen Stadtläufen gemacht hat, dem kann ich wärmstens diesen Lauf am Bodensee empfehlen. Der 3-Länder-Marathon hat seinen ganz eigenen Charme, mal stößt man auf ein großes Publikum und mal läuft man für sich alleine. Im Übrigen ist die Fahrt mit dem Zug und Bussen innerhalb Vorarlbergs mit seiner Startnummer oder einem auszufüllenden Gratis-Fahrschein für Teilnehmer, Helfer und Zuschauer kostenlos. Und wer wie ich im Anschluss noch ein wenig Zeit hat, schaut sich die aktuelle Ausstellung im Kunsthaus von Bregenz an oder spaziert einfach durch die Innenstadt, die ist nämlich auch sehr schön!
Tja und von wegen Regen, vermutlich hat die Schnapszahl als Startnummer zu meiner Glückssträhne beigetragen, denn während des gesamten Laufes waren nur vereinzelnd Wolken am Himmel und ansonsten strahlender Sonnenschein. Erst am späten Nachmittag kam das schlechte Wetter!

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Ein großes Dankeschön auch an die Mary, Marios, Corinna, H.-Wolfgang und insbesondere an Jana für das gemeinsame Training! Dass der Fahnenmann mich nicht eingeholt hat, habe ich auch eurer Unterstützung zu verdanken. Danke dafür!
Friderike

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