Jann bei den Special Olympics 2016 in Hannover

Schon seit Wochen hatte sich Jann mit Olaf und Detlef auf die nationalen Wettkämpfe der Special Olympics, die in diesem Jahr in der Woche vom 6. bis 10. Juni in Hannover stattfanden, vorbereitet. Unter dem Motto “gemeinsam stark” eröffnete am Montag, dem 6. Juni, die Schirmherrin dieser Veranstaltung, Daniela Schadt, die Wettkämpfe der insgesamt 4.800 besonderen Athletinnen und Athleten. 1700 Trainer und Betreuer, 2.200 freiwillige Helfer 500 Kampf-und Schiedsrichter sorgten für den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. Nur ein Beispiel, das für den Geist der Veranstaltung charakteristisch war: Die Mittagsmahlzeiten wurden im Stadionbereich der HDI-Arena, der Heimstätte des Fußballvereins Hannover 96, eingenommen. Die akkreditierten Sportlerinnen und Sportler, die Familienmitglieder und Gäste mussten sich die Mittagsmahlzeiten nicht, wie bei solchen Veranstaltungen durchaus üblich, in Selbstbedienung an Verpflegungspunkten abholen, sondern sie wurden von freundlichen Helferinnen und Helfern am Tisch bedient. Es herrschte ein Klima, in dem man sich als Gast in einer befreundeten Familie fühlte. Sonderwünsche wurden berücksichtigt, Nachschlag gewährt. Und immer konnten wir sitzen bleiben, denn das Essen servierten die aufmerksamen Gastgeberinnen und Gastgeber schneller, als wir es uns selbst auf Teller und Tablett hätten platzieren können.

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Jann war an drei Disziplinen beteiligt: Wie in Düsseldorf vor zwei Jahren war er für 1.500 m sowie 5.000 m gemeldet und startete darüber hinaus, so wie vor einem Jahr in Los Angeles, in einer 4×400-Meter-Staffel. Während es für den 5.000 m-Lauf, einen sehr engen Rundkurs in der Stadtmitte Hannovers, keine Vor-Qualifikation gab, wurden die Teilnehmer an den Endläufen für die 1.500 m-Disziplin und die 4×400-Meter-Staffel nach den Ergebnissen der Klassifikationsläufe ermittelt. In den Kurz-und Mittelstrecken hat Jann zwar weniger Wett-kampferfahrungen, aber hier machten sich natürlich die Ergebnisse eines gezielten Trainings durch Detlef und Olaf in Potsdam bemerkbar. So gewann er mit 200 m Vorsprung souverän den 1.500 m-Klassifizierungslauf am Mittwochvormittag und hatte auch noch genügend Kraft, für die 5.000 m am späten Nachmittag. Groß war Janns Freude, als Olaf plötzlich an der Strecke stand und ihn bei jeder der insgesamt sieben Runden anfeuern konnte. Wunderbar ist auf den Fotos Detlefs Rolle zu erkennen, der in den ersten Runden oft dafür sorgen musste, dass die Strecke für den schnellen Jann frei wurde. Weil es für diesen Lauf keine Rundenanzeige und auch keine Glocke gab, liefen Jann und Detlef erst mal eine achte Runde, und Jann war nach seinem Zieldurchlauf enttäuscht, plötzlich Läufer zu sehen, von denen er glaubte, sie seien hinter ihm gelaufen und nun vermeintlich vor ihm im Ziel. Dann stellte sich aber doch heraus, dass er, wie der Moderator bei der Siegerehrung verkündete, diesen Lauf „in Lichtgeschwindigkeit“ (18:42,…) gewann. Das versammelte PLC-Team war überglücklich, Detlef konnte Olaf den Trainerstab überreichen und zufrieden die Heimreise antreten.

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Donnerstag war für Jann der erste Staffeltag. Hier kam es nicht oder besser gesagt weniger auf die individuelle Leistung an, wichtig war das Zusammenspiel aller vier Läufer_innen.
Toll war, dass unser so leistungsorientierter, immer vorweglaufender und erfolgsgewohnter Jann einer der schwächsten, vermutlich d e r schwächsten Staffelgruppe zugeordnet war, die ohne ihn nicht hätte laufen können, weil eine Läuferin aufgegeben hatte. Nach anfänglichen lautstarken Protesten über deren Langsamkeit gab Jann dann alles für sie, verhalf ihnen da-mit zur Bronzemedaille und bezeichnete sie noch vor der Siegerehrung als seine Freunde. Zu diesem Zeitpunkt hatte keiner mit einer Medaille gerechnet. Ergreifend war, als Stefan, ein Läufer dieser Gruppe, nach der Siegerehrung Jann die Hand gab und schlicht DANKE sagte. Auch das ist Inklusion.

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Zuvor bescherte er uns aber noch mit seinem 1.500 m-Lauf ein persönliches Highlight. Olaf schwor ihn schon lange vorher auf die Erfolgstaktik ein, nach dem Start auf keinen Fall die Führung zu übernehmen, sondern sich grundsätzlich, wie er das schon in Düsseldorf vor zwei Jahren praktizierte, im Windschatten des führenden Läufers zu halten. Erst in der letzten Runde sollte er das Tempo anziehen, ihn überholen und dann auf der Zielgeraden spurten. Für uns Zuschauer war es beglückend zu sehen, wie sich Jann an diese Vorgabe hielt und sich insgesamt auch nicht durch das Tempo des vor ihm Laufenden zum Überholen verführen zu lassen. Jann hatte das geplante Szenario verinnerlicht und gewann souverän mit großem Abstand in einer Zeit von 5:15.40. Alle waren wir glücklich, Olaf konnte drei Stunden später den geplanten Unterricht in Potsdam halten und Jann beendete die Nationalen Spiele der Special Olympics in Hannover mit zweimal Gold und einer Bronzemedaille (4×400-Meter-Staffel).

W i r danken dem PLC mit all seinen Mitgliedern und Trainern für 12 Jahre Miteinander.

Annemarie und Hanns

 

Weiterführende Links:
Video 5.000 m Lauf
Video Siegerehrung
Ergebnisse
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