Ich hab‘s geschafft – mein erster Halbmarathon (13. Schlösserlauf Potsdam)

Hier mal ein Bericht der etwas anderen Art für euch – ich werde nicht von schnellen Kilometern berichten, sondern vom „Ankommen“. Ich bin keine schnelle Läuferin und habe bisher auch noch nie an einem so großen Rennen teilgenommen. Aber dieses Jahr wollte ich das ändern. Für meinen ersten großen Lauf habe ich mir den Schlösserlauf in Potsdam ausgewählt, weil ich hier für mich als Potsdamerin einen Heimvorteil gesehen habe. Im Vorfeld trainierte ich fleißig und fühlte mich der Strecke als solcher gewachsen, da ich sie für mich im Training mehrfach gelaufen war und mit Zeiten „um die 2:30“ zufrieden war.

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Nun geht’s los. Schon die Atmosphäre auf dem Gelände des Luftschiffhafens war für mich überwältigend. So viele Menschen! Alles war vor Ort sehr gut organisiert, um diese Massen zu lenken und zu versorgen. Meine Euphorie steigerte sich, als ich mich an den Start begab. Jeder in meiner Nähe wünschte dem jeweils anderen „Viel Erfolg und viel Spaß“. Startschuss – und los ging‘s auf eine wunderbare Strecke. Die ersten 10 km liefen für mich wie am Schnürchen. Dank des guten 10 km-Trainings von Christian Glück in den Wochen vorher lag ich hier für mich auch gut in der Zeit (1:07). In Anbetracht der Hitze nahm ich jede Gelegenheit zum Trinken und Duschen war und genoss die Strecke, die winkenden Passanten und Begegnungen mit meinen MitLäufern.
Aber dann forderte die Hitze doch ihren Tribut an mir. Ich bekam unerwartet Probleme mit dem Kreislauf, verlor meinen Rhythmus und musste sogar gehen. Am Samstag hatte ich noch mit Wolfgang gescherzt – ich würde mir im Notfall einen netten Sanitäter suchen in dessen Arme ich sinken könnte. Es war aber in diesem Moment kein solcher in Sicht (schmunzel). Aufgeben kam für mich auch ehrlich nicht in Frage. Ich kämpfte mich also weiter, von Versorgungsstand zu Versorgungsstand, Kilometer für Kilometer, gegen die Hitze, gegen mich selbst. Es half, dass ich mir unterwegs immer wieder kleine Ziele setzte, zum Beispiel: die Läuferin vor mir, der es ähnlich schlecht ging, zu überholen. Auch die am „Neuen Palais“ wartenden Leute vom PLC (Kirsten und Wolfgang habe ich erkannt), die mich angefeuerten, trugen mich auf den letzten Kilometern. Die Forststraße wurde aber dann noch mal sehr lang für mich. Ins Ziel trug mich mein bloßer Wille. Ich glaube meine Beine und Füße waren nicht mehr so richtig bei der Sache als ich endlich im Stadion ankam. Da war es endlich – das Ziel! Ja – ich habe es geschafft! Ich bin tatsächlich im Ziel angekommen! Meine Zeit lag dann für mich überraschend – nach den vielen Gehpausen – noch bei 2:45. Ich bin tatsächlich bei dieser Hitze 21,1 km gelaufen! Ich bin vor Stolz bestimmt 3 cm gewachsen, als mir die Finnisher-Medaille umgehängt wurde (schmunzel).

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Zurückblickend kann ich sagen, es war ein ganz wunderbar organisierter Lauf, über eine sehr schöne Strecke. Ich hätte mir kühleres Wetter gewünscht, aber mit Hitze muss man wohl bei einem Lauf im Sommer rechnen. Für weitere Läufe – (lach) ja ich habe nicht genug davon und ich möchte es wieder tun – werde ich das sicher nicht außer Acht lassen. Es soll ja auch im Frühjahr oder Herbst schöne Rennen geben.

Sabine

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