Von Röbel nach Potsdam

Freunde fragten mich, ob ich für sie ein Auto nach Röbel überführen kann. Zurück könnte ich ja, wie vor Jahren in meiner aktiven Radsportzeit, mit dem Rad fahren. In meinem „jugendlichen“ Leichtsinn sagte ich ja.
Dazu muss man wissen, dass ich in diesem Jahr dreimal etwas länger Rad gefahren bin. Es waren 50, 55 und 70 km und die Strecke von Röbel nach Potsdam ist ca. 140 km lang.
Die ganze Fahrt wurde ein einziges Fluchen über fehlende Ausschilderungen, Radwege, den ständigen Gegenwind, Gegenwind, Gegenwind und Gegenwind. Aus eigener Dummheit habe ich mich auch noch verfahren, und am Ende standen 152 km auf meinem Tacho.

Nach 152 km

Nach 152 km. Man beachte die toten Augen.

Von Stunde zu Stunde wurde meine Geschwindigkeit langsamer und des öfteren fragte ich mich: „Wohnen in den Dörfern, durch die kam, überhaupt Menschen?“ Gesehen habe ich keine. Mein Plan war unterwegs etwas zu essen, aber wo, wenn da nichts ist. Bei Kilometer 80 war ich bereit, mich in den Wald zu legen und von Wildschweinen auffressen zu lassen. Das, was mich weitermachen ließ, war das Wissen, dass es in Nauen eine Tankstelle gibt. Eine Oase. Irgendwann war ich dort endlich angekommen und habe den Umsatz des Tages gemacht. Es sind aber von Nauen nach Potsdam immer noch ca. 33 km. Es zog sich wie Kaugummi und dann noch zwei Krämpfe und endlich zu Hause.

Mein Resumé: Alter schützt vor Torheit nicht

H.-Wolfgang