15 Tage, 2.350 Km, 5 Wettkämpfe – ein Rückblick

Die letzten zwei Wochen würde ich als die härtesten meines bisherigen Läufer Daseins bezeichnen. Die hohe Frequenz an Wettkämpfe und die Reiserei mit über 2.350 km quer durch Deutschland haben Ihre Spuren hinterlassen.

Alles begann am 23.01. bei den Berlin-Brandenburgischen Meisterschaften in Potsdam über die 400m, welche als Vorbelastung für die 800 m am kommenden Tag geplant war. Es war ein komisches Gefühl nach Ewigkeiten wieder aus einem Startblock zu starten. Nach einer guten ersten Runde (25,4 s) fing ich ab 250 m an zu verkrampfen und quälte mich nur noch ins Ziel. In der zweiten Rennhälfte hat einfach die Lockerheit gefehlt, an der ich im Vorfeld im Training viel gearbeitet habe. Mit 54,18 s konnte ich nicht wirklich zu frieden sein, aber das Hauptaugenmerk lag ja zum Glück auf die 800 m am Sonntag.

Am Sonntag über die 800 m ordnete ich mich nach den ersten 50 m an Position 3 ein. Nach 150 m verpasste ich jedoch, dass sich der Führende absetzte, da der 2. Platzierte die Sicht versperrte. So nahmen mein Trainingskollege Michael und ich zusammen die Verfolgung auf, aber konnten die Lücke nicht mehr schließen. Schlußendlich stand eine Zeit von 1:59,55 min auf der Uhr. Für mich bedeutete dies Persönlich Bestzeit und die langersehnte erste Zeit unter 2min. Somit war das Ziel für die Hallensaison gleich im ersten 800 m nach 5 Jahren erreicht. Es war ein tolles und befreiendes Gefühl. Nun konnte ich entspannt an die kommenden Wettkämpfe rangehen, einfach Erfahrungen sammeln und wieder ein Gefühl für die Strecke bekommen.

Nach ein paar Tagen regenerativen Training ging es am 29.01. dann morgens mit dem Auto nach Erfurt, um Abends beim Abendsportfest des Erfurter LAC erneut über 800 m zu starten. Nach einem mittelmäßigen Start konnte ich mich nach 150 m an Position 3 einordnen. Vorne Weg ein Tempomacher, der genau wie angekündigt die ersten 400 m in 58 s anging. Nach 450 m ist dieser dann ausgestiegen und im selben Moment gab es eine kleine Tempoverschärfung von zwei Konkurrenten, die ich verschlafen habe. Die Lücke konnte ich dann nicht mehr schließen, da die Beine auf den letzten 200 m zu schwer wurden, was auch sicherlich der längeren Autofahrt geschuldet war. Mit einer Zeit von 2:01,18 min konnte ich dennoch zufrieden sein.

Abgerundet wurde der Ausflug dann noch mit einem DR von Julian Reus über 60 m (6,53 s) und einem ER & DR in der WU20 von Konstanze Klosterhafen über 1500 m (4:09 min). Erfurt hat ein tolles Meeting für das sich die Reise auf alle Fälle gelohnt hat. Die Stimmung und visuelle Inszenierung in einem „familiären“ Umfeld ist echt einzigartig.

Die vorletzte Station war Frankfurt mit den Deutschen Hochschulmeisterschaften am 03.02. Um erholt von der Anreise an den Start gehen zu können entschieden Jule und ich bereits am Tag zuvor nach Frankfurt zu fahren. So konnten wir auch noch ein wenig was von Frankfurt sehen und Abends das Abschlusstraining in der Wettkampfhalle absolvieren. Es ging für mich (wie überraschend) wieder über die 800m. Im ersten und somit langsamsten Lauf startend setzte ich mich vom Start weg an die Spitze und versuchte das Tempo schnell zu gestalten. Mit Durchgangszeiten von 27,42′ / 56,94′ ist mir das über die ersten 400 m durchaus gelungen. Das mutige und einsame loslaufen wurde dann jedoch auf der letzten Runde (34 s !!!) bestraft. Es fühlte sich auch nicht mehr wie laufen, sondern eher wie spazieren gehen an. Mit einer Zeit von 2:02,55 min war ich dennoch zufrieden, da ich durch das Rennen einen neuen Rennverlauf (von der Spitze zu laufen) kennengelernt habe und somit weiter Erfahrung sammeln konnte. Auch die Erkenntnis aus Erfurt, dass ich an der Schlussrunde arbeiten muss wurde bestätigt.

Zum Abschluss der Hallensaison ging es für mich am vergangen Wochenende noch nach Hannover zu den Norddeutschen Meisterschaften. Da der 800 m Lauf der Männer am Sonntag um 12.10 Uhr auf dem Zeitplan stand reiste ich wieder einen Tag vorher an und verfolgte die Wettkämpfe am Samstag. Am Sonntag wurde es dann auch für mich ernst. Ich wollte zum Abschluss nochmal alles geben, da ich wusste, dass ich danach eine Pause verdient habe. Beim Einlaufen merkte ich jedoch schon leichte muskuläre Probleme. Eigentlich kein Wunder, denn es lagen schon 4 Wettkämpfe hinter mir, bei denen ich immer an meine Grenze gegangen bin. Das konnte an meinem Körper nicht einfach so vorbeigehen. Dennoch entschied ich mich den Lauf durchzuziehen. Wie in Frankfurt auch war ich dem ersten Lauf zugeteilt und stellt mich schon gleich darauf ein wieder vorne das Tempo machen zu müssen. So setzte ich mich nach dem Start an die Spitze, aber ging es etwas ruhiger als in Frankfurt an. Mit Durchgangszeiten von 28′ – 58′ lag ich die ersten 400 m gut auf Kurs. Dann musste ich jedoch das Tempo rausnehmen, da meine Muskulatur fest wurde und starke Schmerzen in der Po-Muskulatur dazukamen. Mit einer Zeit von 2:03,87 min war ich nicht wirklich zufrieden und ein wenig enttäuscht.

Nach zwei intensiven Wochen mit vier 800m Läufen bin ich überglücklich alles gut überstanden und stabil über die Bühne gebracht zu haben. Auch wenn die Läufe von den Zeiten her langsamer geworden sind, zeigt es, dass ich stabil um die 2:00 min laufen kann. Jetzt weiß ich woran ich in den kommenden Wochen und Monaten arbeiten muss, um im Sommer dann auch stabil unter 2:00 min laufen zu können. Ich freue mich schon drauf, aber jetzt freue ich mich erstmal auf eine entspannte, regenerative Trainingswoche.

Vielen Dank an alle die mich in den letzten zwei Wochen unterstützt haben und vor allem an meinen Trainer Basti, der mir diese Zeiten erst durch sein Training ermöglicht hat!

Marco Riege