Ein durchaus gelungenes Comeback

Es war ca. 4-5 Jahre her, dass ich das letzte Mal mit gezielter Vorbereitung am Start eines Bahnwettkampfes stand. In den letzten Jahren standen eher Volksläufe und das Ziel wieder mehr Spaß am Laufen zu bekommen im Vordergrund. Gestern dann endlich das Comeback beim Gerhard-Schlegel-Gedenksportfest über 600 m.

Aber der Reihenfolge nach…

Das Jahr 2015 schien eigentlich wieder mein Jahr zu werden. Ich war motiviert, trainierte wieder sehr regelmäßig und konnte auch bei vielen Volksläufen gut abschneiden. Auch der Läuferzehnkampf in Sömmerda war nicht schlecht. Ein paar Wochen und viele Kilometer später schlug jedoch das Verletzungspech wieder zu und somit ca. 6 Wochen Zwangspause. Die Motivation war jedoch weiterhin sehr hoch und ich entschied mich für einige Veränderungen, um neue Reize zu setzen und die Motivation noch weiter zu steigern:

Da ich seit Anfang 2015 in Berlin wohne und der Weg in den Luftschiffhafen mit dem ÖPNV sehr zeitintensiv (1:20 h) ist, entschied ich mich dafür eine neue Trainingsgruppe in Berlin zu suchen. Die Wahl fiel dabei auf die Trainingsgruppe von Sebastian Strempler, mit der ich auch schon etliche lange Dauerläufe absolviert hatte. Es ist eine sehr leistungsbetonte Trainingsgruppe mit sehr motivierten und sympathischen Athleten/innen. Das Motto „Laufen aus Freude“ kommt auch hier nicht zu kurz. Auch der Coach ist eine Klasse für sich und versteht es genau einen zu motivieren – auch wenn man schon an/über seiner Grenze ist. Also genau das was ich gesucht habe, um wieder auf die Bahn und zu schnellen Zeiten zurückzukehren.

Seit August trainiere ich nun dort, starte aber weiterhin für den Potsdamer Laufclub, denn hier habe ich das Laufen für mich entdeckt und bin groß geworden. Ein großes Dankeschön an meine ehemaligen Trainer Christian & Sven!

Aus meinen sonst 2-3 Trainingseinheiten pro Woche sind nun 6-7 Einheiten geworden. Anfangs eine große Umstellung, die Überwindung gekostet hat und für viel Muskelkater gesorgt hat, aber jetzt ist es Routine und Gewohnheit geworden und ich möchte es auch nicht mehr missen.

Die erste neue Bestzeit fiel dann überraschend beim Asics Grand 10 in Berlin über die 10 km. Eigentlich als Trainingslauf und Tempomacher für Frederic Süßmann gedacht, der leider ab KM 5 abreißen lassen musste, lief ich das am Start angeschlagene Tempo sehr stabil durch und verbesserte meine Bestzeit auf 34:15 min.

Die Vorbereitung auf die Hallensaison war anschließend nicht ganz einfach, da die Rudolf-Harbig-Halle als Flüchtlingsunterkunft genutzt wird und somit nicht für den Trainingsbetrieb bereitsteht. Durch den sehr milden November und Dezember war dies aber verkraftbar, da wir die meisten Einheiten noch draußen absolvieren konnten. Als es dann doch etwas kälter wurde, entschieden wir uns einmal die Woche nach Potsdam zufahren, um dort in der Halle zu trainieren. Mit der Zeit wurden die Tempoläufe immer härter, sodass der ein oder andere mich sicherlich auch mal mit sehr blassem Gesicht gesehen hat. 😉

Jetzt aber zum ersten Bahnwettkampf…

Gestern war dann endlich das Gerhard-Schlegel-Gedenksportfest im Sportforum Hohen Schönhausen. Die Nervosität war hoch. Wie vor jedem Wettkampf die übliche Erwärmung. Kurz noch ein paar Tipps vom Trainer geholt: „Beim Start schnell wegkommen und aus Rangeleien raushalten. Dann Vollgas geben und bis ins Ziel kämpfen. Die letzte Runde tut weh, aber man kommt immer ins Ziel“. Um 16:50 Uhr dann der Startschuss. Der Start verlief optimal für mich. Ich konnte direkt auf die Innenbahn ziehen, mich an die Spitze setzen und mich so aus allen Rangeleien raushalten. Die erste Runde (200 m) wurde somit in schnellen 26 s absolviert. In der zweiten Runde heftet ich mich dann an die Spitzengruppe und überquerte die 400 m-Marke nach 54 s (28 s Rundenzeit). Dann wurde es sehr hart – die Beine machten zu und auch der Oberkörper verkrampfte, aber ich kämpfte und quälte mich durch und erreichte das Ziel nach 1:26,97 min (32 s Rundenzeit). Insgesamt ein zufrieden stellendes Ergebnis. Nun heißt es intensiv weiter zu trainieren und am Durchhaltevermögen zu arbeiten, um das Tempo auch hintenraus hochhalten zu können.

Als nächstes stehen die Berlin-Brandenburgischen Meisterschaften am 23./24.01. in unserer Leichtathletikhalle in Potsdam an, wo ich über 400 m (Sa. 14:10 Uhr) & 800 m (So. 15:10 Uhr) am Start sein werde. Das große Ziel ist es die magische Marke von 2:00 min über 800 m zu knacken. Über Eure Unterstützung als Fans würde ich mich sehr freuen!

Sportliche Grüße,

Marco Riege

Weiterführende Links:
Ergebnisse
Trainingsgruppen des PLCs