Berlin-Marathon 27.09.2015

Sonntag-Berlin-Hauptbahnof…ich treffe zufällig einige PLC-„Mitkämpfer“. Super. Ich denke, geteiltes Leid ist halbes Leid und fühle mich etwas wohler. Leider hält dieses Gefühl jedoch nicht lange, denn von Detlef kommt ein letzter Tipp: “ Heut wird mal ordentlich Druck gemacht!“ Hm, schon war die Aufregung wieder da…
Es folgt das Übliche (Kleiderbeutelabgabe, 45 Min am Dixi anstehen…), warten im Startblock…kennt jeder Läufer.
Endlich setzt sich Block für Block in Bewegung und kurz nach der Startlinie kann man es sogar als laufen bezeichnen.
Ich laufe ohne Uhr, ohne Druck, nach einer Woche Klassenfahrt habe ich das „Unter-4-Stunden-Ziel“ auch irgendwie aufgegeben, schwebe in Gedanken zwischen Rom (Klassenfahrtwoche) und Berlin, ich laufe. Ich überhole. Ich überhole 12km lang und denke an Steffi, die etwa mein Tempo läuft und noch einen Block hinter mir gestartet ist. Die Ärmste. Sie hat es noch schwerer.
Ich höre Musikbands und versuche, im Takt zu laufen. Toll der Jubel und Beifall der Menschenmassen am Straßenrand. Ich lese Plakate und Aufschriften auf den T-Shirts der Läufer. Ich genieße es, dabei zu sein.
Nur auf den Messmatten für die Zwischenzeiten komme ich kurz ins Grübeln. Sind die unter 4 Stunden heute doch machbar?
Ich beiße ins Gel und bekomme das Ding nicht auf. Wechsel: Gel in die Hand, Wasserbecher in den Mund… funktioniert auch nicht. Nur nicht stehenbleiben, auch wenn ich selbst schon über mich lachen muss, denn ich bin erst bei km 30, hab also noch 12 km Zeit.
Ich denke an meine letzten beiden Trainingsläufe in Rom. Schlaglöcher selbst auf dem Bürgersteig, dagegen sind doch Berlins Strassen glatt wie ein Kinderpopo. Ich denke ans Colosseum…und wieder sind ein paar Kilometer geschafft.
Km 35. Wieder verrät die Zwischenzeit Aussicht auf eine gute Endzeit.
Jetzt will ich es schaffen. Schließlich sind die Hinweise des Trainers ernst zu nehmen, und es hieß ja: „Heute wird mal ordentlich Druck gemacht“. Also ran! Füße heben (ich denke an Alexandras Sohlen), Knie hoch (wie macht das Olaf bloß?), gerade bleiben, nicht abknicken, Schulter nicht hängen lassen, Kopf hoch (Detlefs Hinweise aus dem Training)…Viele andere aus meiner Laufgruppe haben sich etwas vorgenommen, ich kämpfe also nicht allein…Nur noch 2 km. Ich erinnere mich noch an die letzten Kurven…
Und dann traue ich meinen Augen kaum: 4:06 auf der Zielanzeige.
Das muss eine Zeit unter 4 Stunden sein, denn im Startblock G musste ich ca. 20 min auf den Start warten.
Mir tat alles weh, aber als ich meine Zielzeit von 3:44 sah, kamen mir die Tränen vor Freude.
Danke Detlef und Olaf und Danke an die ganze Laufgruppe-es war mein 14. Marathon, aber der erste unter 4 Stunden.

Heidrun

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