Der verrückte Laufkoordinator

Samstag, 12. April 2014, es ist halb Acht und der Radiowecker meint, dass ich jetzt lange genug geschlafen habe. Also wach werden und mal hören, ob die Welt noch steht oder besser, sich noch dreht. Ich höre etwas vom Airport Night Run, der heute stattfinden soll. Ja, OK, könnte ich eigentlich laufen. Mein letzter Besuch auf dem BER liegt auch schon wieder über zwei Jahre zurück (damals war ich Testpassagier und sollte nach Helsinki und Frankfurt fliegen) und mal sehen, was sich dort so getan hat. Dann mal Dr. Google fragen, was der so über die Veranstaltung weiß – Start 19 Uhr für den Halbmarathon, 20 Uhr für die 10 km, Anmeldung bis eine Stunde vor dem Start. Gut, ist ja noch ein wenig Zeit bis dahin.
Aber vorher steht noch “Vereinsmeierei” auf dem Plan. Der Leichtathletik Verband Brandenburg hat zur Mitgliederversammlung geladen und als einer der mitgliederstärksten Vereine Brandenburgs sollten wir schon dabei sein. Also hatte ich als Vorstandsmitglied zugesagt, dass ich unseren Verein vertrete. Komisch war nur, dass von den anderen Vorstandsmitgliedern keiner mitkommen wollte. Aber die haben ja den Verein an anderen Stellen vertreten, was ich bei meiner Zusage ja nicht auf dem Schirm hatte. Der Haveluferlauf oder Rund um die Römerschanze wären für mich auch mal interessant gewesen. Nein, ab nach Wannsee (in den Gemeindesaal von Präsident Steffen Reiche) und Mitgliederversammlung machen. Dann wieder nach Hause und mal sehen, was der Nachmittag so bringt. Er brachte Ruhe, meine Frau hat sich um die Einladungen für die Kampfrichter zu den nächsten Wettkämpfen gekümmert, Nils war unterwegs. Also noch einmal Dr. Google fragen, was mit dem Airport Night Run ist. Immer noch Start um 19 Uhr. Wetter checken – OK, sieht gut aus. Entscheidung treffen – ja ich fahre nach Schönefeld! Aber was heißt Anmeldung bis eine Stunde vor dem Start?? Bis 18 Uhr, weil um 19 Uhr ja der erste Lauf startet oder 19 Uhr, weil die 10 km ja erst um 20 Uhr starten. Ach egal, ich fahre so los, dass ich vor 18 Uhr da bin. Sachen raussuchen, umziehen und los.
Kurz nach halb Sechs war ich dann in Schönefeld. Alles super ausgeschildert, Parkplätze sind reichlich vorhanden und auch sonst ist alles sehr weitläufig. Das Zelt für die Nachmeldungen war schnell gefunden und es gab noch Startnummern. Anmeldung ausfüllen, 25 Euro bezahlen und schon hat man eine Startnummer. Dann hieß es, ich muss noch zwei Stunden runkriegen. Erst einmal Energie besorgen, ab an den Bratwurststand. Habe ich ja beim PLC gelernt, Laufen und Bratwurst gehören zusammen. Ausschau nach bekannten Gesichtern halten und feststellen, dass kein Bekannter da zu sein scheint. Langsam geht es auf 19 Uhr zu, die Halbmarathonis sammeln sich zu Start, mal schauen was da am Start so los ist. Lief alles ganz entspannt ab und die Läufer machten sich auf ihre zwei Runden. Die nächste Stunde vergeht recht zügig, Sachen abgeben und ab in Block 3 (wer zuletzt kommt, steht halt hinten). Und dann werde ich doch noch angesprochen. Bernhard Schmidt hat sich nach seine Moderation beim Lauf um die Römerschanze auf den Weg nach Schönefeld gemacht. Aber er startete in Block 1.
Pünktlich um 20 Uhr ging es los. Also ganz langsam anfangen und mal sehen, was kommt. Mein letzter 10 km Lauf im Wettkampf liegt ja schon 5 Jahre zurück und hat damals genau 60 min gedauert. Die Strecke führte auf das Flugfeld, dann auf die Startbahn 25 links, immer geradeaus, bei Kilometer 4,5 ging es in einem weiten Rechtsbogen rüber auf den Taxiway und dann wieder immer geradeaus zurück bis Kilometer 7. Dann wieder eine weite Kurve, diesmal nach links und ab in Richtung Tower. Vor dem Tower nach rechts, direkt auf das beleuchtete Mainpier des Berlin Brandenburg Airport Willy Brand zu. Noch mal nach rechts entlang der Fluggastbrücken des Mainpier und nach links vorbei am Terminal C ging es zurück zu Start und Ziel im Servicebereich Süd des BER. Anspruchsvoll war die Strecke nicht, keine engen Kurven, keine Berge, keine schlechten Wege (Untergrundwechsel nur zwischen Asphalt und Beton). Um die Pacemaker habe ich mich nicht gekümmert, habe nur erst den für 60 Min und dann den für 55 Min überholt. Die 5 km Zwischenzeit hatte ich bei gut 25 Min erreicht und es lief noch immer sehr gut. Auf dem letzten Kilometer hatte ich sogar noch das Gefühl, dass ich zur “Endbeschleunigung” ansetzen kann, was ich auch gemacht habe. Das Ziel hatte ich denn nach 51:44 min erreicht und war immer noch sehr gut drauf. Warum bin ich eigentlich nicht schon eher mal auf die Idee gekommen, wieder einen gezeiteten Lauf zu machen?
Ich kann es euch sagen, weil ich mir im Training keinen Druck machen will. Für mich war es einfach das Erlebnis, auf dem Flughafen zu laufen, bin halt etwas flugzeugverrückt (wenn auch keine Flieger so direkt in der Nähe waren). Wahrscheinlich klappt es im nächsten Jahr ja noch einmal mit einem Airport Run in Schönefeld. Jetzt kommen aber erst einmal der RBB lauf und dann der Rennsteiglauf für mich. Wenn es dort genauso gut läuft, hat sich mein Training ja doch gelohnt. Vielleicht berichte ich euch ja auch davon.

Schöne Grüße, Smutje

PS: Der Lauf in Schönefeld ist nichts für Läufer, die lieber im Wald laufen und bei Wind und regen macht es bestimmt auch keinen Spaß

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