Cyprus En Vogue

4 Monate aktive Vorbereitung und seit 3 Wochen aktives Koffer ein- und wieder auspacken. Endlich geht es los, auf die Insel wo die Götter wohnen.

Cyprus International 4 Day Challenge

An 4 aufeinander folgenden Tagen werden 4 in Distanz und Anspruch sehr unterschiedliche Races gelaufen. Austragungsort ist das Coral Beach Resort bei Paphos. Hier ist nun auch der Start zum 1. Lauf. Ein 6 km flacher Landschaftslauf durch das Hinterland. Es wird am Nachmittag 15.00 Uhr im Abstand von 10 Sekunden gestartet. Wir sind fast die Letzten. Das Wetter ist optimal. Es hatte Mittag ein kräftiges Gewitter gegeben. Die Luft ist angenehm frisch so 15 Grad. Ich laufe die 6 km locker und gleichmäßig in 28.00 min durch und bin damit total zufrieden. Jörg kommt kurz nach mir rein. Wir sind guter Dinge und es geht für heute zurück nach Limasol.

Nächsten Tag ist früh aufstehen angesagt. Wir fahren wieder nach Paphos zum Hotel und von dort fährt dann der Bus zum Start. Es geht zur Akamas Halbinsel an eine völlig einsame Bucht. Allein dieses Startplatzes wegen, hat sich die Anreise gelohnt. Schnell ein paar Foto`s gemacht und los geht es. Im Hinterkopf habe ich die Info von Jörg. “Das wird der schwerste Lauf”. Ich bin unbekümmert, schließlich gut vorbereitet, 11 km och so schlimm wird’s schon nicht. Es geht die ersten 1,5 km recht heftig bergan und bis km 2 wieder bis fast ganz runter. Ab jetzt nur noch bergan ins Akamas Gebirge hinein. Die Sonne brennt aber vom Meer weht ein angenehmer Wind. Die steilen Passagen muss ich gehen und bei km 5 schlägt mir der Puls bis zum Hals hoch. Es geht über schottrige Wege, felsige Brocken, ausgewaschene Rinnen. Eine urwüchsige raue Landschaft. Wunderschön! Ich kann das aber gerade nicht so wirklich genießen.

Ab km 8 wird es etwas flacher aber immer noch bergan und der Wind kommt nun heftig von vorn. Ich versuche irgendwie im Tritt zu bleiben. Bei km 10 kommen wir an ein kleines Bergdorf. Eine schmale nun asphaltierte Straße führt steil hinauf. Ich muss wieder gehen und die Straße nimmt kein Ende. Endlich oben werde ich begrüßt von den netten Dorfbewohnern und deren Pfarrer. Wir sind auf 800 Meter mit einem grandiosen Blick auf´s Meer. Das kann mich aber nicht entschädigen. 1.13 h war nicht das was ich mir für 11 km vorgestellt hatte. Jörg kommt einige Minuten später, wie immer bestens gelaunt, ins Ziel. Etwas demotiviert ging es mit dem Bus zum Hotel zurück. Jörg hat uns dort für 1 Nacht ein Zimmer gebucht und Andreas hatte es sich dort inzwischen schon gemütlich gemacht. Auf den Ergebnislisten am Abend habe ich gesehen, dass ich so schlecht gar nicht war.
Die Nacht war kurz und unruhig. Andreas hat geschnarcht. Schon früh fahren die Busse ab zum Start für den Akamas HM. Die ersten 10 km bergan mit 300 Höhenmeter, also nicht so heftig wie gestern, 9 km bergab und 2 km flach zum Ziel, so meine Info. Mir geht es gut, keine schweren Beine und gut gelaunt. Es geht vom Start gleich heftig bergan. Die nächsten km laufen sich gut leicht bergan auch mal runter, genau wie ich es mag und immer wieder zwischendurch ein herrlicher Blick auf`s Meer. Die Sonne brutzelt, kein Baum, kein Strauch, kein Lüftchen weht und kein bisschen Schatten weit und breit. Ich kann gut und stabil durchlaufen auf schottrigen aber relativ gut zu laufenden Wegen. Bei km 9 dann steil bergan. Nun muss ich doch noch ein kurzes Stück gehen. Zum Gipfel genau bei km 10 kann ich dann wieder gut laufen. Oben ein GP und dann geht es abwärts. Zum Teil sehr steil auf extrem felsigen Pfaden. Ein Weg ist kaum erkennbar. Jetzt nur nicht stolpern oder umknicken. Ich muss mich konzentrieren, Fußstabilität, nicht hinten rein fallen und immer voraus der Blick auf`s näher kommende Meer. Mountinbiker brettern an uns vorbei und feuern die Läufer an. Es ist phantastisch, was für eine urige Landschaft. Den nächsten GP muss ich auslassen, ich kann jetzt nicht bremsen. Die km fliegen vorbei. Bei 18 der letzte GP. Beim Wasser fassen merke ich den Pudding in meinen Beinen. Dann eine riesige Schlammpfütze quer über den ganzen Weg. Nach dem durchqueren sind meine Schuhe gefühlt je 1 kg schwerer.

Die Erde ist hier rot und lehmig. Am nächsten Fels versuche ich mir die Brocken wieder von den Schuhen zu klopfen. Die letzten 2 km gehen am Wasser lang und ziehen sich. Ziel ist direkt am Meer. 1.52 h, na also geht doch. Jörg kommt einige Minuten später. Das anschließende baden im türkisblauen Meer haben wir uns heute verdient.
Sonntag ist der 4. und letzte Lauf. Ein 10 km langer und wohl recht flacher Stadtlauf durch Paphos. Der Start ist am alten Hafen bereits um 8.00 Uhr. Und das ist gut so. Die Sonne brennt bereits und kein Lüftchen weht. Wieso tue ich mir das an? Statt dessen könnte ich jetzt auf einer Liege am Strand liegen. Ich mag keine Stadtläufe und ich mag die 10 km Distanz nicht. Der Paphos City Run ist für alle Läufer offen, auch für Nicht-Challenger. Daher muss Andreas heute auch mit ran. Ich möchte heute noch mal möglichst stabil 5er Schnitt laufen, aber die Beine sind heute schon etwas schwer. Es geht los. Ich komme gleich ganz gut in Tritt. Die Strecke ist eher langweilig. Paphos hat abgesehen vom Hafen nicht viel zu bieten. Und so bin ich froh nach 48.34 Min. im Ziel am Hafen meine Medaile umgehangen zu bekommen. Unser Sunnyboy Jörg kommt wieder freudestrahlend kurz nach mir und auch Andreas hat sich wacker geschlagen. Es werden noch reichlich Foto`s gemacht. Die Siegerehrung ist erst heute Abend im Hotel. Leider können wir dort nicht mehr dabei sein. Wir fliegen heute Abend wieder heim. So kann ich die Trophäe für den vermutlich 2. Platz in meiner AK leider nicht mehr entgegen nehmen. Schade eigentlich. Aber ich bekomme meine Urkunde oder was auch immer zu gesendet. Die Rückfahrt nach Limasol wird wieder, wie auch an den anderen Tagen, zum sightseeing genutzt. Jörg und Andreas kennen sich auf der Insel gut aus, mit Ausnahme des “Bath of Aphrodites”. Euch beiden Adonisses meinen herzlichen Dank für Eure Einladung zu diesem Event. Ihr habt mich ertragen, herum kutschiert, durch gefüttert und nicht zuletzt meine sprachlichen Defizite ausgeglichen. Es war ein absolutes Highlight für mich. Zypern ist eine phantastisch schöne Insel. Mit der Cyprus International 4 Day Challenge liegt Zypern voll im Trend – Cyprus En Vogue !

Bis bald Silke

Weiterführende Links:

Lauftreff 2000

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