Helfende Hände beim Berlinmarathon

Obwohl ich am Sonntag gar nicht laufen wollte, war ich doch recht aufgeregt. Wie zu einem Lauf machte ich meinen Rucksack startklar. Um 6 Uhr klingelte der Wecker und auf ging es nach Berlin! Beim km 37,5 traf ich auf 20 Leute vom Laufclub Cottbus, denen ich meine Helferhände am Getränkepunkt anbot und die sie dankend annahmen.
Unsere Vorbereitung wurde immer wieder durch das Anfeuern für die Rollis unterbrochen, die in einem beeindruckenden Tempo an uns vorbei zogen. Um 9 Uhr hörten wir im Inforadio den Startschuss. Durch den Sender waren wir gut auf dem Laufenden und mussten hören, dass Haile dem Antritt von Patrick nicht standgehalten hat und sogar aussteigen musste.
Fast hätte er es noch bis zu uns geschafft und dann hätten wir ihn mit frischem Berliner Wasser wieder aufgepäppelt. Aber dazu kam es nicht mehr. Als der Hubschrauber zu hören war, stieg die Spannung und die Aufregung auch bei uns. Dann kam Patrick mit einem irren Tempo. Aber er hatte noch Zeit sich einen Wasserbecher bei uns “abzugreifen”. Das hat ihm dann wohl den letzten Kick für den neuen Weltrekord von 2:03:38 h gegeben! Danach kam eine ganze Weile nichts. Der Vorsprung war doch sehr beeindruckend. Wir konnten uns jedem Läufer in Einzelbetreuung widmen und gut gestärkt auf die letzten 4700 m entlassen. Irina zog mit drei Tempomachern an uns vorbei. Über das Radio erreichte uns die Kunde vom neuen Weltrekord. Das steigerte unsere Motivation. Dies war auch nötig, da der Strom an Läufern stetig zunahm. Bald schon war Einzelbetreuung nicht mehr möglich. Nur noch für ausgewählte Läufer. Ich schaute mir die Augen nach PLC-Läufern aus dem Kopf.

Oliver konnte ich nur noch im letzten Moment erkennen und meine besten Wünsche nachbrüllen. Plötzlich stand Detlef und Jann vor mir. Wir fanden Zeit zu einem Schwatz und einem schönen Foto und dann schickte ich beide dem Ziel entgegen.
Nun war für 2 h Hochkonjunktur am Wasserbecher. Wannen mit Wasser füllen, Becher rein werfen, gefüllt auf den Tisch stellen, den Läufern in die Hand drücken und noch ein paar aufmunternde Worte finden. So verging die Zeit wie im Fluge. Gegen 14.00 Uhr wurde der Strom langsam dünner und es war immer schwieriger, die Marathonis für die letzten Meter zu motivieren.
Da halfen auch manchmal lustige Sprüche wie: “der Trend geht zum Zweitbecher”, “zwei Becher zum Preis von einem” oder “gutes Berliner Wasser für den Zielspurt” auch nicht so richtig. Da war dann oft nur noch Leiden in den Gesichtern zu erkennen. Aber wir hielten durch und versorgten bis zum Besenwagen um 15 Uhr alle mit dem kühlen Nass.
Wir räumten unseren Stand ordentlich auf und danach fühlte ich mich ein wenig, als wenn ich den Marathon gelaufen wäre.
Es waren schöne Momente als die Elite an uns vorbei zog, wir Läufer mit einem Becher Wasser froh machen konnten und Leute sich bei uns bedankten mit den Worten “was würden sie machen, wenn es uns nicht gäbe”. Dafür hat sich der Tag doch gelohnt und bei nächsten Mal nehme ich wieder den Wasserbecher dankend an.

Matthias Beutke

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