Jetzt bin ich auch eine Allwetter-Inline-Skaterin und Bilder von den Läufern

Nun war es gestern soweit und ich überlegte nicht nach Berlin zu fahren, um bei der City-Nacht zu skaten. Es regnete den ganzen Freitag und der Samstag versprach auch nichts Besseres. Auf dem Regenradar zogen die Regen-Wolken vom Norden über Berlin nach Süden. Hier in Potsdam regnete es mal in Strömen, mal war es trocken. Ich bin noch nie bei Regen geskatet und hatte Angst. Mir fehlte jegliche Erfahrung. Im Volkspark bin ich nur durch die Pfützen geskatet, die von den Rasensprenger verursacht wurden. Ich hatte mit schönem Wetter gerechnet, aber vielleicht hätte ich das vorher mal üben sollen :-(. Nach vielen hin und her überlegen, entschied ich mich nach Berlin zu fahren und die Herausforderung anzunehmen. In Berlin angekommen, holte ich meine Startunterlagen und mein Event-Funktionsshirt. Danach retteten wir (mein Mann und meine Kinder kamen zur Unterstützung mit) uns vor dem Regen ins Europacenter. Nach kurzem Aufenthalt suchten wir den Start und ich überlegte, wo ich mich umziehe. Da mir der Weg vom Umkleidezelt und Start zu weit war, entschied ich mich draußen vor einem überdachten Geschäft am Startbereich umzuziehen. Gegen 18.45 Uhr zog ich mir die Inline-Skates, Schutzausrüstung und Helm an. Mein Mann hilf mir die Startnummer anzubringen. Ich hatte beobachtet, dass andere ihre Startnummer ans Bein bzw. Oberschenkel angemacht haben, also taten wir dies auch. 10 min vor dem Start kam nochmal ein totaler Schauer von oben runter und machte die Strecke nochmal schön pfützig. Was ist, wenn es die ganze Zeit so regnet? Mein Mann versuchte Kontakt mit dem Satelliten aufzunehmen, aber er wollte nicht so recht mit der Garmin-Uhr. 5 min vor dem Start traute ich mich dann doch auf die Strecke. Ich skatete mich ein wenig ein, bekam ein Gefühl, skatete die Kurve und beim Schwung holen, rutschte mir der rechte Inliner ein wenig weg. Ansonsten ging es eigentlich mit der nassen Straße. Ich stellte mich schön weit nach hinten und wartete auf den Start. Es wurden in drei Blöcken gestartet. Langsam wurde mir kalt. Ich wollte endlich los skaten! Dann fiel der dritte Startschuss und es ging los. Am Starttorbogen mußte ich erstmal über zwei Matten und hoffen, dass ich nicht stürze. Das erste Hindernis war genommen. Jetzt konnte ich richtig skaten. Und es hörte auf zu regnen. Ich habe bestimmt die ersten zwei Kilometer dafür gebraucht um mich warm zu skaten, mit der Situation (nasse Straßenverhältnisse) klar zu kommen und einfach den Moment zu genießen, mein Angst zu überwinden und in Berlin meinen ersten Inline-Skating-Lauf über die Bühne zu bringen – trotz Regen. Und es lief ganz gut. Ich überholte einige Skater, aber ich wurde auch überholt, aber nicht von so vielen. In der ersten Kurve konnte ich auch an einige Skater rankommen und diese dann überholen. Aber was kam dann? Nasses Kopfsteinpflaster :-((. Eine Skaterin vor mir fluchte. Ich versuchte gut durchzukommen, aber ich mußte höllisch aufpassen. Auch hier konnte ich zwei bis drei Skaterinnen überholen. Dann kam die zweite Kurve und auf der Kantstraße ging es weiter. Und ich war allein, jedenfalls fühlte ich mich so. Ganz weit vorne konnte ich noch ein paar Skater erkennen. Ab jetzt skatete ich für mich und fand mein Tempo. Ich achtete auf die Straßenverhältnisse, auf einige Passanten, die noch schnell vor mir die Straße überqueren wollten. Aber dann standen an einer Straßenkreuzung plötzlich drei Autos vor mir und versperrten mir den Weg. Der Streckenposten regte sich über die Autofahrer auf. Ich schrie nur: “Einfach nur so stehen bleiben..” und skatete durch. Puhh. Jetzt bekam ich meinen Tunnelblick und ich merkte, dass mein Puls bestimmt höher war, als beim Training. Als ich wieder auf dem Ku´damm war, dachte ich nur: jetzt muß ich wieder die Strecke hoch und auf der anderen Seite wieder zurück. Bei welchem Kilometer ich war, wußte ich nicht. Ich wollte jetzt ein wenig Tempo rausnehmen, ob mir das gelang – keine Ahnung! Bei der Samba-Band stand meine Familie und feuerte mich an (diesmal war Rollentausch angesagt, sonst feuern wir Mario bei einigen seiner Läufen an!). Die Musik von der Samba-Band war klasse und ich hätte gerne mit getanzt, aber dafür war ich zu schnell dran vorbei geskatet ;-). Ich überholte nochmal drei Skaterinnen. An einer wollte ich eigentlich dran bleiben, aber ich mußter dran vorbei und meinen “Rhythmus” laufen. Ab und zu rutschte mir wieder der rechte Inliner weg, vermutlich auch weil meine Konzentration und Kraft nachließen. Auf der Zielstrecke war ich auch wieder einsam und alleine. Aber die Passanten haben auch gut mit angefeuert und als ich wieder an der Samba-Band vorbei skatete, lief mir ein kleiner Schauer über den Rücken. Dann bemerkte ich, dass auf der Startstrecke jetzt schon die Läufer vom Fun-Run unterwegs waren. Ist es jetzt schon 20 Uhr? Ich schaute das erste mal auf die Uhr: 19:52. Okay! Ich überschlug kurz meine Zeit, ob ich die 45 min schaffe und konnte die letzten Meter beruhigt zu Ende skaten. Der Zieleinlauf war ein wenig komisch! Ich sah die Matten und dachte, spätestens jetzt stürzt du, bremste kurz ab, aber der Weg war zu kurz, drückte Stop auf der Uhr und skatete elegant über die Matten. Das letzte Hindernis war geschafft. Als ich auf meine Uhr schaute um meine Zeit zu wissen, glaubte ich es nicht: 35:55 min. Nee, das kann nicht sein, die Uhr hielt bestimmt zwischendurch an. Aber ich war wirklich so schnell: 35:20 min (Altersklasse W30 14. Platz). Das hätte ich nie gedacht. Dann stellte ich mir natürlich die Frage, wie wäre es bei trockenen Straßenverhältnissen gewesen? Aber mir ging es um den Spaß und weniger um die Zeit. Ich wollte nur das Zeitlimit schaffen. Und als ich mich vor ca. 3 Monaten dafür entschied, bei der City-Nacht zu skaten, hatte ich meine Zweifel, ob ich die Zeit von 45 min schaffe. Nach dem “Lauf” holte ich mir was zu trinken und war ganz schon fertig, aber glücklich. Der Breitscheidplatz hatte sich jetzt auch richtig gefüllt. Ich wartete auf Mario und meine Kinder, dann zog ich mich in einer Bank um und mußte noch den Mika loswerden. Zwischendurch besorgte mir Mario noch ein Alkoholfreies Bier. Hunger hatte ich keinen, aber Durst. Jetzt weiß ich auch, warum bei einigen Läufen Alkohlfreies Bier ausgegeben wird ;-). Gegen 21.30 Uhr waren wir wieder in Potsdam und es goß vom Himmel. Wir hatten unser Auto am Bahnhof geparkt und mußte nicht mit den Öffentlichen fahren, wegen der Erlebnisnacht war die Linie 92 sowieso nicht gefahren. Aber von der Erlebnisnacht war am Brandenburger-Tor nicht viel zu spüren. Zu Hause haben wir die Kinder ins Bett gebracht und haben noch was gegessen und getrunken. Heute habe ich noch keinen Muskelkater. Die Beine, besonders die Oberschenkel sind ein wenig schwer und ich ein wenig müde…

Es war ein tolles Gefühl bei der City-Nacht zu skaten. Mal sehen, was meine nächsten Ziele sind. Vielleicht der Inlineskating-Marathon in Berlin nächstes Jahr

Steffi
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