Crosslauf bei der Bundeswehr

Unter der Woche hab ich das Angebot der Bundeswehr für einen Crosslauf in der Nähe von Potsdam angenommen. Vorab nur so viel, ich wusste gar nicht, dass es außerhalb der Sahara so viel Sand gibt. Aber was hatte ich erwartet. Schon bei den Wörtern Truppenübungsplatz und Bundeswehr hätten bei mir alle Alarmglocken bimmeln müssen. Schließlich habe ich mich selbst mal von etlichen Jahren in Eggesin durch das “Land der Drei Meere” – Waldmeer, Sandmeer, gar nichts mehr.. – gequält.

Die Strecke, ein 9 km Rundkurs auf einem Bundeswehrübungsplatz an der B2. Vier Startkorridore a 100 Läufer im Abstand von 5 Minuten. Auf jedem Kilometer ein Hindernis und am Ende ein Wasserloch. Soweit die Theorie.

Schon beim Einlaufen habe ich nur Sand gesehen, Knöcheltiefen, losen Zuckersand.
Nach dem Start ging es dann aber zunächst auf recht gutem Untergrund einen langen Berg hoch. Da trennte sich schon mal die Spreu vom Weizen. Danach wurde es sandig, sehr sandig… Abwechslung boten unterwegs ein Reifenhindernis zum durchtippeln, Strohballenbarrieren oder quer liegenden Äste. Bei km 3,5 ging es quer über eine Sandwüste zu einem Berg. Schon in der Ferne sah der Anstieg gewaltig aus. Da sollte ich hoch? Puh, einmal durchgeschnauft und Augen zu und durch. Mittlerweile war ich auf die vor mit gestarteten Läufer aufgelaufen und die meisten stapften mühevoll durch den Sand. Aber erstmal musste ich hin zum Berg und dann hinauf. Mein Schritt ging schwer und meine Schuhe rutschten in dem weichen Sand weg. Jeder kleine Grasbüschel sorgte hier für etwas halt und half die Spitze zu erklimmen. Später, bei der Siegerehrung sah ich, dass die Bundis auf dem Berg eine Videokamera aufgestellt hatten und nun diese Quälerei per Endlosschleife auf einer Videoleinwand präsentierten. Juhu.

Richtig “Lustig” wurde es dann nochmal nach Kilometer 7. Hinter einer Kurve versperrte ein schwarz, grün geflecktes Tarnnetz das weiterlaufen, Jetzt hieß es sich tief bücken und unter dem Netz durch den Sand krabbeln. Das Ziel eigentlich schon in greifbarer Nähe machte die Strecke jetzt noch einmal einen Rechtsknick in die Sandwüste. Über Dünen und Löcher ging es nun fast einen Kilometer rechts und links durch reinen Buddelkastensand. Ich glaub, da haben sich bestimmt schon etliche Bundeswehrfahrzeuge festgefahren. Was für eine Schinderei, kann ich Euch sagen.
Zum krönenden Abschluss kam dann noch das versprochene Wasserhindernis, so dass die Schuhe quitschnass und Matscherei perfekt war.

Alles in allem eine tolle Erfahrung und mit Platz 7 und 39:17 min ein schönes Ergebnis.

Mario

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