Laufbericht über den 26. Fünf-Seen-Lauf am 3. Juli 2010 in Schwerin

Ein perfekter Lauf muss sorgfältig und rechtzeitig vorbereitet werden. Nachdem ich zu Jahresbeginn die vage Vorstellung hatte, diesmal vielleicht wieder die 15 km beim Fünf-Seen-Lauf zu laufen, habe ich insgesamt 5 Monate überlegt, ob ich tatsächlich daran teilnehmen sollte. Nach einigen Trainingsläufen auf meiner neuen Lieblingsstrecke, der Radweg zwischen Alt-Drewitz und der Kreuzung nach Ahrensdorf (auch an den heißen Tagen im Juni) hielt ich mich für fit genug zum dritten Mal für die 15 km an den Start zu gehen. Beim Fünf-Seen-Lauf sind heiße Tage zwar die Regel, aber weite Teile der Laufstrecke verlaufen entlang der besagten Seen und innerhalb von Parkanlagen. Den Sonnenanbetern und Bergfreunden unter uns sei jedoch versichert, dass auch sie ausgiebig auf ihre Kosten kommen, speziell die Topografie der Gartenkolonie und der “Pickel” (fünf bzw. zwei Kilometer vor dem Zieleinlauf) leben eindrucksvoll Zeugnis ab, dass man sich in Schwerin bereits seit der Eiszeit um eine eindrucksvolle und abwechslungsreiche Laufstrecke bemüht.

Die Diskussionsprozesse beim Lauftreff 2000 ließen eine Beteiligung von mindestens 10 Läufern erwarten. Da gruppendynamische Prozesse einen recht unstetigen und unberechenbaren Verlauf nehmen, habe ich mich zeitnah und regelmäßig, d. h. erstmals am letzten Donnerstag über den aktuellen Stand der Dinge informiert. Sechs Läufer wollten an Sonnabend an den Start gehen – immerhin.

Ich habe daher am Freitag meine Vorbereitungen für den Start abgeschlossen, es waren nur noch unwesentliche Restarbeiten offen, nämlich der Erwerb:

– von Laufsocken und T-Shirts,

– einer sich selbst aufblasenden Iso-Matte und

– von Trinkwasser sowie ausreichender Verpflegung (ganz wichtig: Weintrauben und Serrano-Schinken sowie ein Sixpack Störtebecker-Bier).

Zudem habe ich noch getankt und den Wagen durch die Waschanlage fahren lassen. Mein Zelt einschließlich Schlafsack habe ich beim Fünf-Seen-Lauf 2008 letztmals genutzt und brauchten daher nur noch eingeladen werden.

Um 16:00 Uhr ging es los, dank Tom-Tom bin ich auch dieses Jahr ohne Umwege nach zweieinhalb Stunden in Schwerin-Lankow, dem Zielgebiet an einer Berufsschule angekommen. Nachmeldungen am Vortag sind in Schwerin nur im Zielgebiet möglich. Obgleich es hieß, die 10-km-Strecke sei seit Mai 2010 ausgebucht, waren für alle Teilstrecken (10, 15 und 30 km) problemlos Nachmeldungen möglich.

Die mitgebrachten Speisen und Getränke (v. a. die von Reini und Bärbel mitgebrachten Bouletten) sorgten am Vorabend für die nötige Bettschwere, so dass wir alle so gegen 22:45 Uhr in die Zelte krochen. Entgegen meiner vorherigen Berichterstatter kann ich nicht behaupten, dass mich laute Schnarchgeräusche am Einschlagen gehindert haben – im Gegenteil. Die neue Isomatte erwies sich als lohnenswerte Investition, so dass ich ausgeruht und entspannt bis etwa 6:00 Uhr schlafen konnte. Mich hat nur das Vogelgezwitscher geweckt. Ich habe mich daher auch nicht an der Ermittlung des mutmaßlichen Lärmemittenten beteiligt – da es bis jetzt nur wage Verdachtsmomente gibt, sollte dessen Name tatsächlich unerwähnt bleiben.

Der Start am nächsten Tag wurde etwa 400 m vor das Schloss am anlässlich der BUGA 2009 neu gestalteten Berta-Klingberg-Platz. Diese Verlegung erwies sich im Hinblick auf das angekündigte Wetter als nützlich, da man an den Fontänen die Schwämme und die Laufkleidung schon einmal anfeuchten konnte. Auf der Strecke selbst sorgten die offiziellen Verpflegungspunkte (bei der 15iger Strecke: 4 Stationen) für eine ausreichende und aber auch dringend benötigte Getränkeversorgung. Ich selbst war erstaunt, dass ich teilweise mehr Hunger als Durst hatte. Den vielen Grundstücksbesitzern an der Strecke (v. a. an der bereits erwähnten Kolonie) sage ich noch einmal vielen Dank, da ich ohne deren Wasserspenden (auch in Form von Duschangeboten) wohl größte Schwierigkeiten mit der Bewältigung der Strecke gehabt hätte. Das Gleiche gilt auch für die 30-km-Läufer (einschließlich Wolfgangs), die mich auf den letzten Kilometern noch mitgezogen haben.

Meine Einlaufzeit betrug 2:37 h und lag damit um 16 Minuten höher als vor zwei Jahren, das dürfte der Tribut an die Hitze gewesen sein. Ich musste leider noch einen weiteren Preis durch die Wetterumstände zahlen, da ich trotz regelmäßigen Trinkens auf der Strecke 5 kg Gewicht verloren habe und so um den sicher geglaubten Sieg als “Schwerster Läufer” gekommen bin. Somit durfte sich ein Hänfling von nicht mal 110 kg das Fünf-Liter-Bierfass abholen, seufz… Aber dank des Gesamtsieges von Diana und des dritten Altersklassenplatzes von Jutta, kann sich unsere Bilanz dennoch sehen lassen. Der PLC e. V. war würdig vertreten.

Die schweißtreibendste Aktion an diesem Tag war jedoch das Viertelfinalspiel Deutschland – Argentinien, gut, dass ich freitags das Sonderangebot mit dem Doppelpack T-Shirts gekauft habe. Zu Hause angekommen, habe ich erst einmal das Zelt und den Schlafsack in die Waschmaschine gesteckt, denn diesmal werden sie wohl nicht noch einmal zwei Jahre auf ihren nächsten Einsatz warten müssen. Wenn alles klappt, bin ich nächstes Jahr wieder dabei.

Bevor ich meinen Bericht schließe, möchte ich mich noch einmal bei Bärbel und Jutta ganz herzlich bedanken. Im Gegensatz zu mir, kannten sich beide mit der Technik meines Zeltes aus und haben mir somit zu einer ruhigen und erholsamen Nacht verholfen…

Jean-Luc

Weiterführende Links:

Lauftreff 2000

Ergebnisse

Fotos

Laufbericht:
Hitzeschlacht beim 5-Seen-Lauf in Schwerin

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