Nachsitzen beim rbb-Lauf

Wie einige von Euch schon wissen, wollte ich vorigen Sonntag im Spreewald einen Marathon laufen. Bei Kilometer 25 mußte ich die Segel streichen. Diana, meine Trainerin, hat mich gleich verdonnert "zur Strafe" den rbb-Lauf mit zu machen. Da ich all die Jahre meiner kurzen Läuferkarriere im Frühjahr im Spreewald einen Marathon gelaufen bin passte der Lauf nicht. Donnerstag noch ein paar schnelle Intervalle und jetzt konnte der Lauf kommen.

Sonntag früh bin ich extra mit dem Fahrrad aus Babelsberg zur Glienicker Brücke gefahren, damit ich nicht Gefahr laufe, in der Rudolf-Breitscheidt-Straße abzubiegen und nach Hause zu laufen. An Start und Ziel trudelten immer mehr Sportler ein, und der Potsdamer Laufclub war wieder gut vertreten. Einlaufen, Gymnastik und ein paar Sprints, so, wie wir das gelernt haben, folgten.
Die Startzeit rückte immer näher und die Blase wurde immer schwächer. Vor den Toiletten standen gefühlt mehr Menschen als am Start. Also alles wie immer. Nun nur noch zur Startaufstellung, ein paar obligatorische Reden, und dann ging es los.

14,065 km mit mehr oder weniger Selbstgespächen. Nur nicht zu schnell angehen ist sicherlich der Gedanke, der den tausenden von Läufern die ersten Meter durch den Kopf ging. Aufrecht laufen! Wann kommt denn der 1. Kilomter? Endlich, und ein Blick auf die Uhr zeigt: wieder zu schnell angegangen. Etwas zurück nehmen und endlich den eigenen Rhythmus laufen. So geht es Meter für Meter durch die Stadt. In der Hegelallee ist Staub fressen angesagt, und ein erster Gedanke nach Wasser kommt auf. Ende der Brandburger ist dann die Getränkebar aufgebaut. In Gedanken bin ich den Streckenplan durch gegangen und erwartete erst bei Kilometer 10 die nächste Möglichkeit, etwas zu trinken. Das machte mir Angst, um so freudiger überrascht war ich, als schon bald die nächste Wasserstelle auftauchte. Die Organistatoren haben auf die Temperatur sehr flexibel reagiert und zwei zusätzliche Getränkestellen aufgebaut. Als es dann mit Gegenwind über die Lange Brücke, am Bahnhof vorbei die Babelsberger Straße entlang ging, kam die obligatorische Krise. Warum mache ich das hier. Ich könnte jetzt im Biergarten sitzen. Wer kennt nicht diese Gedanken? Die lange Gerade der Rudolf-Breitscheidt-Strasse gab mir die Möglichkeit, wieder meinen Rhythmus zu finden und die Krise zu überwinden. Ich mußte nur noch, ohne abzubiegen, die Rudolf-Breitscheidt-Strasse Ecke Plantagenstraße passieren (ich hatte keinen Schlüssel dabei), um mich dann mental auf die Karl-Marx-Straße einzustellen. Jetzt hatte ich die Stimmen meiner Trainer im Ohr: aufrecht laufen, gleichmäßig atmen und nur auf sich selbst konzentrieren. Bei Kilometer 12 steigt die Karl-Marz-Straße noch einmal an. Vielleicht werde ich noch ein Bergläufer? Nur noch das Pflaster in Klein-Glienicke und dann konnte ich schon die Moderatoren auf der Glienicke Brücke hören. Ein kleiner "Sprint" und fertig. Wo kann ich mich für das nächste Jahr anmelden? Hat ja doch Spaß gemacht.
Ich möchte mich bei allen PLClern bedanken, die mich unterwegs angefeuert haben. Ich habe alle gesehen und wer genau aufgepasst hat, konnte sehen, dass ich mit der Augenbraue reagiert habe. Eure Unterstützung hat mir sehr geholfen.

H.-Wolfgang

Weiterführende Links:

Lauftreff 2000

Fotos

Zieleinlauf

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