Laufen im Spreewald – die Zweite –

Am Freitag habe ich mich in den Spreewald aufgemacht. Als Erstes, um einen Freund beim Holzmachen zu helfen. Danach tat mir mähtig der Rücken weh und damit sollte ich am nähsten Tag einen Halbmarathon laufen.?! Trotzdem, nach getaner Arbeit machte ich mich zum Lübbenauer Rathaus auf, um meine Startunterlagen abzuholen und vielleicht noch bei einem Bier mit Läuferkollegen den Kurs für den nächsten Tag zu besprechen. Meine Unterlagen erhielt ich, aber ein Treffpunkt zum gemütlichen Austausch von Läuferlatein fand sich nicht. In meiner Verzweiflung kehrte ich in die Lübbenauer Brauerei ein, um das frisch gezapfte Märzenbräu zu verkosten. Die „verholzten“ Kalorien füllte ich mit einer Bauernknacker wieder auf. Kurz nach der Rückkehr bei meinen Freunden, raffte es mich auf dem Sofa dahin.
Der nächste Morgen präsentierte sich mit Sonnenschein und stahlblauem Himmel. Die Temperaturen waren noch recht frisch, aber dies ist ja für das Laufen nicht das Schlechteste. Zum Start auf dem Marktplatz in Lübbenau konnte ich mich locker warmlaufen. Auf dem Marktplatz wurden alle Läufer zum Biosphärenreservat-Lauf herzlich von dem DDR bekannten „Machs mit, machs nach, machs besser“ Moderator Adi begrüßt. Ich erhielt meinen läuferischen Segen von H.-Wolfgang v. Straten, der extra zum Start gekommen ist – vielen Dank dafür. 10 Minuten vor dem Start sah es noch nicht so aus, als ob gleich 500 Läufer auf die 21,1 km gehen.

Alles war noch sehr entspannt. Adi rief dann die Läufergemeinde zusammen, doch an der Entspanntheit änderte sich nichts. Jeder konnte in Ruhe seinen Startplatz einnehmen ohne dass ein Gedrängel entstand. Ich postierte mich recht weit vorn und das war gut so. Der Spielmannszug spielte uns noch ein Ständchen und dann fiel der Startschuss. Wir liefen auf einer breiten Straße raus aus Lübbenau, aber bereits nach 2 km wurde es enger. Es ging in das kleine Dörfchen Lehde und dort warteten die ersten beiden Brücken, die über das weit verzweigte Kanalsystem des Spreewaldes führen. Da ich weit vorn war, konnte ich diese ersten Hürden locker nehmen. Später war Anstehen angesagt.
Nun musste ich nur noch eine kleine Gruppe finden, mit der ich ein Stück mitlaufen konnte. Einen Mitläufer fand ich in Wolfgang aus Eckernförde. Er war mit seinem Laufverein, mit 50 Leuten, extra 7 h angereist, um diesen wunderbaren Naturlauf mitzuerleben. Mit etwas Fachsimpelei vergingen die Kilometer und bei km 10 gönnten wir uns den ersten Versorgungsschluck. Unterwegs herrschten eher die leisen Töne. Es gibt nicht die Zuschaueranfeuerungen und die Rhythmusgruppen wie in Berlin, aber immer wieder sind es kleine Gruppen, die die Läufer anfeuern oder ein Geiger, der eine flotte Seite aufgelegt hat.

Meine Läufergemeinschaft mit Wolfgang funktionierte prima. Erst ermunterte er mich bei ihm daran zu bleiben und später ich ihn, denn ab km 13 wurde es härter. Der Untergrund bestand aus Betonplatten, die sehr ungleich waren und einen komischen Abstand hatten und dazu blies der Wind noch von vorn. Da war die Parole „Füße hoch und durch“ angesagt. Beim Versorgungspunkt am km 15 musste Wolfgang mich dann doch ziehen lassen. An der Ausfluggaststätte „Woschowska“ war dann die Betonplattengegenwindstrecke endlich geschafft und ein liebevoller Versorgungspunkt gab die Stärkung für die letzten Kilometer. Diese warte dann nochmals mit 4 Brücken auf. Da machte sich das Bergtraining doch bezahlt.
Aber der Weg lief wunderschön an einem Kanal entlang und die Buschwindröschen wiegten sich im Frühlingswind. Idylle pur! An der vorletzten Brücke feuerte mich H.-Wolfgang v. Straten nochmals an und diese mentale Stärkung reichte noch für zwei Überholungen und eine Zeit von 1:37:23 h und dem 23. Platz. Am Ziel empfing ich dann meinen Mitläufer Wolfgang, der geschafft und glücklich 2 min später einlief. Mit liebevoll geschmierten Schmalzbämmen und Gewürzgurken frischten wir die Energiedepots wieder auf.
Eine Gewürzgurke aus Metall am grünen Band ziert nun meine Medalliensammlung und ein wunderbares Lauferlebnis.

Euer Matthias

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