Mallorca-Marathon (18.10.09)

Nun stehe ich da zu meinem 3. Marathon. Der Puls hat gefühlte 120, mindestens, und die Zweifel an meinem Trainingszustand lassen die Nervosität nicht weniger werden.
Es hat die ganze Nacht gestürmt, es ist noch immer sehr windig aber milde 13 Grad und bewölkt. Ich stehe in Block A fast ganz vorn. Erklärtes Ziel ist 1. Ankommen, 2. unter 4 Std. bleiben und 3. die 3.45 h knacken. Mir ist bewusst, beim Letzteren spätestens bei km 30 Abstriche in Kauf nehmen zu müssen.
Endlich geht es los. Das ist schon eine tolle Kulisse. Auf der einen Seite die Kathedrale von Palma, auf der anderen Seite das Meer. Es geht auf der mit Palmen begrenzten breiten Strasse lang Richtung Marina und weiter Richtung neuen und alten Hafen. Ich bin gleich gut in Tritt gekommen. Aber alle ziehen an mir vorbei. Wieder kommen Zweifel hoch, ob ich nicht doch zu langsam bin. Wende am alten Hafen. wieder Richtung Palma City. Bei km 9 höre ich den Startschuss der 10 km-Läufer. Ich wusste, die starten 45 Min. nach uns, Zeit passt also. Es geht jetzt in die Altstadt von Palma und es beginnt zu regnen.
Jetzt geht es z.T. über komisches Pflaster, welches nun sehr glatt wird. Das Feld hat sich mittlerweile so gut auseinander gezogen, dass es auch in den engen Gassen kein Gedränge gibt. Die Steigungen zur Kathedrale hoch sind leicht und kaum spürbar. Es hat aufgehört zu regnen. Da geht es aus der historischen Innenstadt auch schon wieder raus. Wir sind nun schon bei km 20 und die HM verabschieden sich. Ich biege links ab in Richtung El-Arenal und nun weht auf offener Strasse ein kräftiger Wind genau von vorn. Das hatte ich befürchtet. HM-Zwischenzeit 1.47 h eigentlich doch ganz schön flott. Ich fühle mich aber noch gut, also weiter fleissig jetzt durch eine weniger attraktive Gegend. Die 10 km mit Gegenwind bis Wendemarke bei km 30 direkt am Ballermann. Dort steppt der Bär, tolle Stimmung, und meine Beine sind schon jetzt sehr schwer. Ich nehme jetzt jeden VP mit und an jedem km-Schild werden die Beine schwerer. Mit dem Rückenwind jetzt war nix. Der Wind pustet immer noch meist von vorn und jede kleinste Steigung wird zur Qual. Ich versuche trotzdem die Schönheiten dieser Natur hier wahrzunehmen. Es geht immer am Wasser lang und nun kommt zu allem übel auch noch die Sonne raus. Ich muss mich immer wieder korrigieren. Endlich die ersehnte 40. Wir sind nun wieder am Start, der Wind kommt nun endlich von hinten, und ich versuche eine Art EB und habe dabei das Gefühl, jemand hat mir 1 cm dicke Bleiplatten auf meine Oberschenkel gelegt. Völlig erschöpft stolpere ich durchs Ziel. Zeit 3,40,15.

Liebe Grüsse aus dem wunderschönen Mallorca von Silke

Mit Freunden teilen:
Share