32. Harz-Gebirgslauf

Nun bereits zum 3. Mal nahmen Frauen des PLC, vorwiegend aus der Freitagsgruppe, den Harzgebirgslauf zum Anlass ein gemeinsames Wochenende zu verbringen. Dieses Mal hatten wir uns vorgenommen, die offizielle Wanderroute zu verlassen, mit den Marathonläufern über den Brocken und dann auf dem kürzesten Weg wieder zurück zu wandern.

Anke hatte uns für die Übernachtung ein wunderschönes Forsthaus in Wernigerode gebucht mit viel Platz, herrlichem Blick und einem schönen großen Esstisch. Nach einem sehr gemütlichen Abendbrot und einem etwas zackigen Frühstück ging es am Sonnabend noch vor Sonnenaufgang zum Start.

Bis km 13 lief alles hervorragend und wir legten unsere 1. Pause ein. Inzwischen hatten uns die Marathonis eingeholt. Als erste Frau kam Diana Lehmann, die wir dann auch kräftig anfeuerten.

Der Aufstieg zum Brocken hatte es doch in sich und ab km 16 machten sich unsere Handicaps, die wir bis dahin ignoriert hatten, immer stärker bemerkbar: Erkältung, Schmerzen in der Wade, Hüfte, Schulter usw.. Inzwischen war es auch schon so, dass die vorbeieilenden Läufer uns Mut zusprachen. Durchhalten bis km 19 – dort ist die Brockenspitze – doch dieses Ziel verschwand irgendwie im Nebel.

Aber keine Frage auch wir erreichten die 1142 m Höhe. Die hilfsbereiten Männer der Bergwacht versorgten uns mit Schlangengift und die fürsorgliche Heike, die den Brocken nur humpelnd bezwingen konnte, mit Kräuterschnaps.

Für den Rückweg war geplant nur noch ein Stück auf der Marathonstrecke zu bleiben und dann eine Abkürzung zu nehmen. In weiser Voraussicht hatte Hannelore bereits in Potsdam eine Wanderkarte besorgt. Ankes Augen begannen zu glänzen, als sie vernahm, dass wir die „Steinerne Renne“ wandern wollten. Doch es sollte ganz anders kommen.

Auf dem Abstieg hörten wir plötzlich Heike schreien: „Ein Steinpilz!“. Nach kurzem Warten stellten wir bald fest, dass sich das Schreien immer weiter entfernte. Meine Güte, wir brauchen keine Pilze, Anke hatte leckere Spaghetti Bolognese vorbereitet – doch das war für Heike offensichtlich überhaupt kein Argument. Getreu dem Motto „keiner bleibt allein zurück“ lief Silvia der Pilze suchenden Heike hinterher.

Die Gruppe war dagegen bestrebt, zügig nach unten zu kommen (der Regen hatte inzwischen eingesetzt). Und schließlich standen wir auch an der Abzweigung zur „Steineren Renne“. Aber es gab auch noch einen anderen Weg, der für die „Kranken“ irgendwie gemütlicher aussah. Also alle Handys raus und Telefonkontakt zu Silvia und Heike herstellen. Kein Netz!! Was nun, wenn Heikes Bein nun doch versagt hat ? Also erst mal warten. Und siehe da die Beiden kamen mit zwei Beuteln voller Steinpilzen daher. Heikes Begeisterung: „Ich hab noch nieeeeeee in meinem Leben sooooooo viele Steinpilze auf einem Platz gesehen – die mussten mit“, konnten die Anderen nicht so recht teilen.

Wir hatten uns dann doch für den gemütlichen Weg entschieden, bis zum Abzweig „Kleine Renne“ Stehen bleiben, diskutieren – dies bemerkte ein Einheimischer und empfahl eindringlich die „Kleine Renne“ zu nehmen, die sei wildromantisch. Ankes Augen glänzten wieder. Katleen schaute sehr skeptisch. Doch für den Rest der Gruppe zählte nur noch das Wort „Abkürzung“. Und ab ging es – wir balancierten, kletterten und krochen über Steine und unter Baumstämmen hindurch. Vorn Anke: „Schööööööön“, dahinter Katleen mit dem anderen Sch…wort und als besonderes Highlight Heike ganz still mit ihren Pilzen. Man musste dem Einheimischen Recht geben, der Weg war wildromantisch. Nur hatten die Meisten von uns keine Muße mehr dies zu genießen.

Endlich war Hasserode erreicht, jetzt nur noch bis zum Parkplatz. Nach insgesamt 9:24 Stunden waren alle im Ziel glücklich über das Erreichte. Anke noch voller Endorphine über den wildromantischen Abstieg, stürzte auch gleich in die Küche und bereitet die Spaghetti Bolognese zu, die wir voller Genuss und guter Laune verspeisten. Und am Ende des Tages waren auch die Meisten noch zu einer Kostprobe von Heikes Pilzgericht bereit.

Regina und Hannelore

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